David Ignatius: Paranoia ist besser

6. Juni 2016, 11:24
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"Ein neuer Feind" dreht sich um den amerikanischen Geheimdienst im Wikileaks-Zeitalter und birgt interessante historische Details

"Letztendlich handelt dieses Buch vom amerikanischen Geheimdienst im Zeitalter von Wikileaks und von der Frage, ob er sich einer offeneren digitalen Welt anpassen und trotzdem noch dem schwierigen Geschäft der Spionage nachgehen kann." So fasst David Ignatius im Nachwort den Gehalt seines Thrillers zusammen.

Ignatius ist Kolumnist und Herausgeber der Washington Post und gilt als Kenner der Szene. Sein Held ist ein neuer CIA-Direktor, der nach den Enthüllungen der Whistleblower mehr Transparenz will. Ihm ist klar, dass der Feind sich gewandelt hat. Die größte Gefahr droht von Hackern, die in Kommunikationsnetze eindringen. Daher werden die begabtesten Hacker für den Staat angeheuert.

Aber diese Leute sind oft soziale Analphabeten und haben möglicherweise verborgene Motive. Vertrauen ist nicht gut, Paranoia besser. Der Roman hat Längen, birgt aber interessante historische Details und kann die Vorgangsweise der Cyberkriminellen für Laien gut erklären. Der alte Agententhriller ist tot, es lebe der kalte Krieg im Netz. (Ingeborg Sperl, Album, 6.6.2016)

  • David Ignatius, "Ein neuer Feind". Deutsch: Tanja Handels. € 10,30 / 520 Seiten. rororo, Reinbek 2016
    cover: rowohlt

    David Ignatius, "Ein neuer Feind". Deutsch: Tanja Handels. € 10,30 / 520 Seiten. rororo, Reinbek 2016

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