Kompensationsprüfungen bei Zentralmatura laufen

6. Juni 2016, 07:31
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Fünfer aus der schriftlichen Matura können ausgeglichen werden. Die mündliche Matura beginnt diese Woche

Wien – Mit dem ersten Tag der Kompensationsprüfungen für negative Noten ist am Montag die Zentralmatura fortgesetzt worden. "Kompensiert" werden können dabei Fünfer bei den schriftlichen Klausuren – das spielt vor allem im Fach Mathematik eine Rolle, wo viele Schüler vorerst gescheitert sein sollen.

Offizielle Angaben über die gesammelten Matura-Ergebnisse will das Bildungsministerium erst Ende Juni veröffentlichen. Im Vorjahr hatten 10,5 Prozent der Schüler bei den Klausuren einen Fünfer – nach den Kompensationsprüfungen waren es dann nur mehr 4,1 Prozent. Damals fand die Zentralmatura allerdings flächendeckend nur an den AHS statt – heuer waren auch die berufsbildenden höheren Schulen (BHS) vollzählig mit dabei.

Durchwachsene Ergebnisse

Heuer sollen die Klausuren schlechter und vor allem von Standort zu Standort extrem unterschiedlich ausgefallen sein, vermutet man in den meisten Schulbehörden. Zu diesem Schluss kommt laut Online-"Presse" auch eine Umfrage des Verbands der Elternvereine an den höheren und mittleren Schulen Wiens. Die Ergebnisse seien "total durchwachsen", so Vorsitzende Elisabeth Rosenberger. "An manchen Schulen sind nur ein oder zwei Schüler in Mathe durchgefallen, an anderen war es mehr als die Hälfte."

Von 95 Mitgliedsschulen hätten sich 57 an der Umfrage beteiligt. An den BHS habe es kein Desaster gegeben, dafür an den Oberstufenrealgymnasien (ORG). Diese haben schon im Vorjahr deutlich schlechter abgeschnitten. Die Elternvertreter üben auch Kritik am Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie): Die Rückmeldungen hätten gezeigt, dass bei der Matura ganz andere Formate abgefragt wurden als bei der Vorbereitung.

Die Kompensationsprüfungen finden österreichweit sowohl an AHS als auch an BHS nur am 6. und 7. Juni statt. Vor Einführung der neuen Reifeprüfung konnten negative schriftliche Noten der schriftlichen Matura mit einem "Zusatz" bei der mündlichen ausgebessert werden. Nun gehört die Kompensationsprüfung (trotz des mündlichen Ablegens) voll zur schriftlichen Reifeprüfung.

Mündliche Matura gestaffelt

An Tag eins gab es laut Bifie in der Früh ein Problem mit den Lösungsblättern in Englisch für die Lehrer. In einem Beispiel mussten Schüler die Richtigkeit einer Aussage beurteilen. Im Lösungsblatt war dabei zwar die richtige Begründung angegeben, statt des (korrekten) "true" allerdings "false" angekreuzt. Die Schulen wurden noch vor Ende der Prüfungen per SMS und Mail darüber informiert. Sollte der Fehler auch keinem Lehrer aufgefallen sein und ein Schüler deshalb einen Punkt weniger erhalten haben, wird die Note – falls dies einen Einfluss hatte – entsprechend korrigiert.

Am Dienstag steht der zweite und letzte Tag der Kompensationsprüfungen auf dem Programm. Nach der Zentralmatura steht für die Schüler noch die mündliche Reifeprüfung auf dem Programm, die unabhängig von den Resultaten der schriftlichen Klausuren absolviert werden kann. An den Schulen wird dabei wie auch schon bei der "alten" Reifeprüfung gestaffelt geprüft – die ersten Schulen sind bereits in dieser Woche dran, die letzten erst in der letzten Schulwoche. (APA, red, 6.6.2016)

  • Die letzte Prüfung in der Schulzeit: Die mündliche Reifeprüfung.
    foto: apa/techt

    Die letzte Prüfung in der Schulzeit: Die mündliche Reifeprüfung.

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