Schüler mit Diabetes: Lähmende Angst

Kommentar5. Juni 2016, 17:36
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Mobiles Pflegepersonal, das in Schulen einspringt und schult, kann ein Lösungsansatz sein

Diabetes ist eine betreuungsintensive Krankheit. Ständig sind die Zuckerwerte zu prüfen und einzustellen. Für Kinder eine besondere Herausforderung – und auch für Erwachsene, die mit der steigenden Zahl diabeteskranker Kinder in Schulen umgehen müssen.

Von Lehrerseite wird beklagt, dass manche Eltern über die Krankheit ihres Kindes zu wenig sprechen – vielleicht aus falscher Scham oder aus Angst vor Diskriminierung.

Wenn Eltern Lehrer um Mithilfe bei der Einstellung des Zuckerspiegels bitten, sind sie auf freiwilliges Engagement der Pädagogen angewiesen, die ja kein medizinisches Fachpersonal sind. Dass hier große Zurückhaltung herrscht, erklären Lehrervertreter unter anderem mit ungeklärten Haftungsfragen. Fragen, die aber auch bei anderen Erkrankungen auftauchen, und das nicht selten: In Österreich sind 190.000 Kinder und Jugendliche chronisch krank.

Sowohl Lehrer als auch Eltern teilen also die lähmende Angst, etwas falsch zu machen. Dieses Gefühl scheint zum Teil die Sorge um das Wohlergehen der Kinder zu überschatten. Dass mobiles Pflegepersonal, wie etwa in Wien, in Schulen einspringt und schult, kann ein Lösungsansatz sein, müsste aber noch flächendeckend möglich werden.

Kinder können durch Über- oder Unterzuckerung in große Gefahr geraten. Im Notfall wäre die Gesetzeslage dann zwar klar – Erste Hilfe darf nicht unterlassen werden. Dass es so weit kommt, kann aber in niemandes Interesse sein. (Gudrun Springer, 6.6.2016)

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