Rund 700 Menschen demonstrierten in Graz gegen TTIP und CETA

4. Juni 2016, 17:59
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Platzregen ließ den Großteil der Demonstranten ins Trockene flüchten – bei Schlusskundgebung laut Polizeischätzung nur noch rund 200 Teilnehmer

Graz – Rund 700 Menschen sind am Samstagnachmittag in Graz auf die Straße gegangen, um gegen die geplanten Freihandelsabkommen TTIP der EU und den USA sowie den Handelspakt CETA (der EU mit Kanada) zu protestieren. Aufgerufen hatte das Aktionsbündnis Graz mit rund 30 Initiativen, NGOs und Parteien. Die Veranstaltung ging laut Polizei gegen 17.00 Uhr ohne Zwischenfälle zu Ende.

Mit TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership) wollen die EU und die USA die größte Freihandelszone der Welt mit rund 800 Millionen Menschen schaffen. Vertreter von ATTAC, den steirischen Grünen, der KPÖ und der Piratenpartei sowie den Gruppierungen "Bürgermeister gegen TTIP" und "KMUs gegen TTIP" gehörten zu den Rednern der Schlusskundgebung am Hauptplatz. Dort waren nach Schätzung der Landespolizeidirektion Steiermark nur noch rund 200 Menschen versammelt. Ein Platzregen hatte die meisten Teilnehmer ins Trockene flüchten lassen. Der Verkehr musste nur kurzfristig umgeleitet werden.

"Kernforderung" an die Regierung

"Statt einer Politik, die Konzerne begünstigt, die Menschen in ihren Freiheiten bedrängt und wichtige Standards für Kapitalinteressen aussetzen will, wollen wir faire Handelspolitik, die allen zu Gute kommt", so Bündnissprecherin Manuela Wutte. Der Protest richtete sich auch an die österreichische Bundesregierung mit der "Kernforderung", dass die Verhandlungen zu TTIP abgebrochen und das bereits fertig ausverhandelte Handelsabkommen CETA von der Bundesregierung nicht ratifiziert werde.

Die Kundgebung startete um 14.30 am Mariahilferplatz. Der Demonstrationszug führte anschließend über die Innenstadt bis zum Hauptplatz, wo die Schlusskundgebung um 16.45 zu Ende ging. (APA, 4.6.2016)

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