Moto-2-Pilot Luis Salom tödlich verunglückt

3. Juni 2016, 20:59
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Der neunfache Grand-Prix-Sieger verlor im Training von Montmelo die Kontrolle über sein Fahrzeug

Montmelo – Der Motorradsport steht wieder unter Schock. Der 24-jährige Moto2-Pilot Luis Salom ist am Freitag tödlich verunglückt. Trotz umgehender Sofortmaßnahmen an der Strecke in Montmelo und einer Notoperation im Hospital General de Catalunya überlebte der Spanier seinen Sturz im Training für den Großen Preis von Katalonien nicht. Die Verletzungen waren zu schwer.

"Am Boden zerstört durch den Verlust eines guten Freundes", trauerte der dreifache Motorrad-Weltmeister und Salom-Landsmann Dani Pedrosa via Twitter: "Wir werden immer an dich denken." Der Mallorquiner Salom war mit seiner Kalex in Kurve zwölf beim zweiten Training gestürzt. Die Session wurde unterbrochen. Zwei Rettungswagen fuhren umgehend zur Unglücksstelle. Der Rettungshubschrauber landete ebenfalls. Wegen der Schwere der Verletzungen wurde Salom aber mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Dort sei er um 16.55 Uhr gestorben, teilte die MotoGP mit.

"Er war viel zu schnell"

Die Kollegen rätselten über Gründe für den Unfall. "Es sieht nach irgendeinem Defekt am Motorrad aus, sonst ist der Hergang schwer zu verstehen", sagte Valentino Rossi vor dem Grand Prix am Sonntag.

Der portugiesische Moto2-Pilot Miguel Oliveira, der zum Zeitpunkt des Unfalls hinter Salom fuhr, sagte: "Er war viel zu schnell, aber dort ist überall Asphalt und da lässt sich das Motorrad nur schwierig verlangsamen."

Am Morgen des zweiten Trainingstages am Samstag herrschte auf dem Cicuit de Catalunya im Fahrerlager gedrückte Stimmung. Viele Piloten, Mechaniker, Ingenieure und das Personal des spanischen WM-Promoters Dorna stammen wie Salom aus Spanien. Saloms Familie sprach sich dennoch für eine Fortführung des Grand Prix aus. Die Rennleitung entschied auf Intervention etlicher Fahrer, wie bei der Formel 1 in Kurve zwölf eine Schikane einzubauen, durch die die Geschwindigkeit reduziert wird.

Neun GP-Siege

Salom ist internationalen Statistiken zufolge der 48. Tote in der Motorrad-WM seit 1949. In der MotoGP war zuletzt am 23. Oktober 2011 der Italiener Marco Simoncelli beim Großen Preis von Malaysia in Sepang tödlich verunglückt. 2010 war der Japaner Shoya Tomizawa in Misano ums Leben gekommen.

Salom war vor sieben Jahren in die Motorrad-Weltmeisterschaft eingestiegen. 2009 absolvierte er sein Debüt in der damaligen 125ccm-Kategorie. In der Moto3 gelangen ihm 25 Podiumsplätze, neunmal hatte er sich als Sieger feiern dürfen. Vor vier Jahren hatte Salom als Zweiter den Titel in der Moto3 verpasst, im darauffolgenden Jahr hatte er es auf Rang drei im Endklassement geschafft. Seit 2014 startete er in der Moto2 und stand vor seinem 42. Rennen.

"FIM, Dorna, IRTA, RFME und der Circuit de Barcelona-Catalunya drücken der Familie, den Freunden und dem Team von Salom ihr tiefstes Mitgefühl aus", schrieb die MotoGP auf ihrer Webseite.

Grand Prix findet statt, aber Kursänderung

Der Große Preis von Katalonien in Montmelo wird trotz des tödlichen Unfalls stattfinden. Das gaben die Veranstalter am Freitagabend bekannt. Dies geschehe auch mit Zustimmung der Familie des 24-jährigen Spaniers, hieß es in einem Statement der MotoGP.

Allerdings wurde bei einem Treffen der Sicherheitskommission beschlossen, alle weiteren Trainings, die Qualifikation und auch das Rennen auf dem Formel-1-Kurs des Circuit de Barcelona-Catalunya durchzuführen. Das Layout war vor zwei Jahren bei offiziellen MotoGP-Übungsrunden getestet worden. Allerdings wurde es abgelehnt, weil es weniger attraktiv und herausfordernd erschien. (APA; 3.6.2016)

  • Hilfskräfte am Ort des Unglücks.
    foto: apa/afp/lago

    Hilfskräfte am Ort des Unglücks.

  • Luis Salom (1991-2016).
    foto: apa/ap/jannink

    Luis Salom (1991-2016).

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