Österreich will Olympia in Rio wirtschaftlich nützen

3. Juni 2016, 17:42
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Mit Wiener Schnitzel, Tafelspitz oder Kaiserschmarrn soll das Österreich-Haus bei den Olympischen Spielen Tourismuswerbung machen

Wien / Rio de Janeiro – Es sind zwar noch 62 Tage hin bis zum Beginn der Jagd nach Olympiamedaillen in Rio (vom 5. bis 21. August), die Erwartungen in sportlicher und wirtschaftlicher Hinsicht sind aber schon jetzt groß. Bühne für die Außendarstellung des Landes soll erneut das Österreich-Haus sein.

Die Einrichtung habe sich schon bei früheren sportlichen Großveranstaltungen bewährt, sagte der Präsident des Österreichischen Olympischen Comités (ÖOC), Karl Stoss, am Freitag. Stoss, Vorstandschef der Österreichischen Lotterien, bezifferte die Gesamtkosten für das Österreich-Haus mit rund zwei Mio. Euro.

Private Sponsoren

"Das Geld wird durch private Sponsoren aufgebracht, vom ÖOC fließt kein Geld", sagte Stoss dem STANDARD. Durch diverse Veranstaltungen sollte ein Teil des Geldes wieder zurückverdient werden können. Die Österreich Werbung (ÖW; 75 Prozent Wirtschaftsministerium, 25 Prozent Wirtschaftskammer), steckt allein 700.000 Euro in das Event. Das Geld stammt aus einem Sonderbudget über 4,6 Mio. Euro zur Ankurbelung der Österreichwerbung in fernen Ländern. Das hatte zu Kritik von Landestourismusorganisationen geführt, die das Geld unter Hinweis auf die geringe Relevanz Brasiliens für den österreichischen Tourismus lieber anderswo eingesetzt gesehen hätten.

ÖW-Chefin Petra Stolba, die sich um eine Verlängerung ihres demnächst auslaufenden Vertrags beworben hat, steht aber voll hinter dem Brasilien-Engagement. Am Österreich-Haus, das sich auf dem Gelände des Fußballclubs Botafogo im gleichnamigen Stadtteil Rios befindet, müssten alle Touristen und sonstigen Besucher vorbei, die in einem der Hotels an der Copacabana wohnen und auf den Zuckerhut, einem der Symbole von Rio, wollten.

Lust auf Österreich

ÖOC-Präsident Stoss ist sich "sicher, dass wir die Besucherzahl der Spiele von London (damals kamen 45.000 Personen ins Österreich-Haus; Anm.) locker übertreffen". Er rechnet mit etwa 60.000 Gästen. Neben Wiener Schnitzel, Tafelspitz, Gröstl, Kaiserschmarrn und anderen Schmankerln soll durch Bildwelten aus allen neun Bundesländern Lust auf Österreich gemacht werden.

In Brasilien sind rund 260 österreichische Firmen mit eigener Niederlassung tätig, rund 1000 Unternehmen exportieren regelmäßig. In guten Zeiten lag das Exportvolumen bei einer Milliarde Euro; zuletzt hat sich das Volumen wegen der schwierigen wirtschaftlichen Situation in Brasilien auf 600 Mio. Euro verringert. (Günther Strobl, 4.6.2016)

  • Schnitzerln unterm Zuckerhut sollen bei Olympia Werbung für Österreich machen.
    foto: dpa/helmut reuter

    Schnitzerln unterm Zuckerhut sollen bei Olympia Werbung für Österreich machen.

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