Kärntner Schuldirektor wegen falscher Schülerzahlen vor Gericht

3. Juni 2016, 13:45
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Schulleiter gab laut Anklage überhöhte Zahlen an, um Klassen zu erhalten

Wien – Ein Kärntner Schuldirektor muss sich am kommenden Mittwoch vor dem Landesgericht Klagenfurt verantworten. Der mittlerweile pensionierte Schulleiter soll in den Schuljahren 2009/10 und 2013/14 geschummelt haben: Laut Anklage hat er überhöhte Schülerzahlen beim Landesschulrat gemeldet, um Klassen zu erhalten und die Zuweisung von Ressourcen zu sichern.

Die Manipulationen sollen sich laut Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger an einer Berufsbildenden Höheren Schule ereignet haben. "In der Oberstufe gibt es immer eine gewisse Fluktuation, Schüler melden sich an mehreren Schulen an und tauchen dann am ersten Schultag nicht auf. Aber da gibt es Stichtage, die endgültige Schülerzahl muss dann eingetragen werden", sagte Altersberger auf APA-Anfrage. Gerade in den ersten Wochen komme es dann auch vor, dass Klassen bei zu geringen Schülerzahlen zusammengelegt werden.

Am Landesschulrat habe man aus dem Fall gelernt. "Natürlich können wir nicht in allen rund 3.000 Klassen in Kärnten kontrollieren, ob ein Direktor auch die richten Schülerzahlen gemeldet hat, es gilt das Vertrauensprinzip. Aber wir werden in Zukunft Stichproben durchführen", sagte Altersberger. In den vergangenen 16 Jahren seiner Amtszeit sei ihm ein derartiger Fall in Kärnten noch nie zu Ohren gekommen. (APA, 3.6.2016)

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