Goldfische bedrohen seltene Bewohner des Tiroler Inn

3. Juni 2016, 11:53
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WWF warnt vor dem Aussetzen nicht heimischer Arten

Innsbruck – Goldfische bedrohen die seltenen Bewohner der Innauen in Tirol. Immer wieder würden Fische aus dem Aquarium von ihren Besitzern in die Tümpel und Weiher gekippt werden, teilte der WWF in einer Aussendung am Freitag mit. Schutzgebietsbetreuer Toni Vorauer appellierte an die lokale Bevölkerung, nicht heimischen Arten wie etwa Goldfische nicht auszusetzen.

"Auch Schildkröten aus Kanada haben wir schon gefunden. Dabei können nicht heimische Arten, sogenannte Neozoen, das ökologische Gleichgewicht ganz schön durcheinanderbringen", erklärte WWF-Mitarbeiter Vorauer. Die Fische seien zwar im Gartenteich oder im Aquarium schön anzusehen, doch in der Au würden sie oft großes Unheil mit sich bringen, da sie Laich und Kaulquappen von seltenen und bedrohten Arten wie Erdkröte und Grasfrosch fressen würden. Außerdem hätten sie keine natürlichen Feinde und könnten sich somit ungehindert fortpflanzen.

Fische werden gefangen

Die bereits ausgesetzten Fische würde der WWF, so weit wie möglich, wieder einfangen. "Um die heimische Fauna zu entlasten legen wir mit Ködern besetzte Fischreusen aus. Die darin gefangenen Goldfische werden von uns wieder in den Zoohandel zurückgebracht", sagte Vorauer. In einer ersten Aktion konnten in der Kranebitter Innau bereits etwa 50 Goldfische eingefangen werden, teilte der WWF mit. (APA, 3.6.2016)

  • Die Goldfische können sich in Österreichs Gewässern ungehindert vermehren. Natürliche Feinde gibt es keine.
    foto: apa/afp/atta kenare

    Die Goldfische können sich in Österreichs Gewässern ungehindert vermehren. Natürliche Feinde gibt es keine.

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