Wenn Goldfische zur Bedrohung werden

3. Juni 2016, 11:38
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Ausgesetzte Tiere können vor allem den Amphibienbeständen Probleme bereiten: WWF fängt sie wieder ein

Innsbruck – Goldfischen würde man auf den ersten Blick nicht unbedingt ein großes Bedrohungspotenzial unterstellen. Aber wie so viele andere Spezies können auch sie zu einem ökologischen Problem werden, wenn sie in neuen Gebieten eingeschleppt werden und dort besser gedeihen, als den anderen Spezies vor Ort lieb sein kann.

So sieht es derzeit in den Tiroler Innauen aus: Immer wieder würden Fische aus dem Aquarium von ihren Besitzern in die Tümpel und Weiher gekippt werden, teilte der WWF in einer Aussendung am Freitag mit. Schutzgebietsbetreuer Toni Vorauer appellierte an die lokale Bevölkerung, nicht-heimische Arten wie etwa Goldfische nicht auszusetzen.

Wurzeln in der Wildnis

Wo Goldfische "heimisch" wären, ist gar nicht so leicht zu sagen: Ihre Ursprungsform dürfte der in Ost- und Mitteleuropa beheimatete Giebel (Carassius gibelio) sein, ein bis zu 40 Zentimeter langer Verwandter des Karpfens von silbriger Farbe. Den Giebel zeichnet eine enorme Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit aus – das hat er sich in seiner schon vor Jahrhunderten domestizierten Form als Goldfisch offenbar zum Teil bewahren können.

Die Fische seien zwar im Gartenteich oder im Aquarium schön anzusehen, doch in der Au würden sie oft großes Unheil mit sich bringen, da sie Laich und Kaulquappen von seltenen und bedrohten Arten wie Erdkröte und Grasfrosch fressen würden. Außerdem hätten sie keine natürlichen Feinde und könnten sich somit ungehindert fortpflanzen, berichtet WWF-Mitarbeiter Vorauer.

Die bereits ausgesetzten Fische würde der WWF, so weit wie möglich, wieder einfangen. "Um die heimische Fauna zu entlasten, legen wir mit Ködern besetzte Fischreusen aus. Die darin gefangenen Goldfische werden von uns wieder in den Zoohandel zurückgebracht", sagte Vorauer. In einer ersten Aktion konnten in der Kranebitter Innau bereits etwa 50 Goldfische eingefangen werden, teilte der WWF mit. (APA, red, 3. 6. 2016)

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