FBI arbeitet an automatischer Tattoo-Erkennungssoftware

3. Juni 2016, 10:26
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Datenschützer äußern heftige Kritik an den Plänen der US-Bundespolizei, die gegen die Verfassung verstoßen könnten

Das FBI will Verdächtige anhand ihrer Tattoos identifizieren – und zwar automatisiert und anhand von Überwachungsaufnahmen. Wie die Datenschützer der Electronic Frontier Foundation (EFF) nun enthüllten, arbeitet das FBI seit über zwei Jahren mit einem Forschungsinstitut am Aufbau einer Tattoo-Datenbank. In einer ersten Testphase sollen die Tätowierungen von 15.000 Gefängnisinsassen und Verhafteten benutzt worden sein.

"Freie Rede"

Das ruft heftige Kritik hervor. Abgesehen davon, dass das Experiment die Privatsphäre von Gefängnisinsassen verletzt, könnte das Projekt an sich gegen die Verfassung verstoßen. Denn Tattoos stellen laut EFF eine Form von "freier Rede" dar, die besonders geschützt ist. So basieren Tattoos oft auf Bildern von Verwandten. Außerdem könnten religiöse Gruppen diskriminiert werden, etwa wenn Kreuze erfasst werden. (red, 3.6.2016)

  • Das FBI speichert Fotos der Tätowierungen von Gefängnisinsassen und Verhafteten
    foto: reuters/subra prom

    Das FBI speichert Fotos der Tätowierungen von Gefängnisinsassen und Verhafteten

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