Uno setzt saudische Militärkoalition im Jemen auf Schwarze Liste

3. Juni 2016, 06:03
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Wegen der vielen toten Kinder und der Rekrutierung von Kindersoldaten

New York – Die Uno hat die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition im Jemen auf die Schwarze Liste der Verletzer von Kinderrechten gesetzt. Die Koalition sei für den Tod von hunderten Kindern verantwortlich, erklärte die UNO-Sonderbeauftragte für Kinder und bewaffnete Konflikte, Leila Zerrougui, am Donnerstag (Ortszeit) in New York.

Im Jemen kämpfen seit September 2014 die Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansour Hadi gegen die schiitischen Houthi-Rebellen und andere Gruppen, die dem ehemaligen Präsidenten Ali Abdallah Saleh die Treue halten. Seit März 2015 fliegt eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Luftangriffe auf die Rebellen. Nach Uno-Angaben wurden in dem Konflikt seit dem saudi-arabischen Eingreifen mehr als 6.400 Menschen getötet.

Schulen und Spitäler als Ziele

Die Uno hatte die saudi-arabische Militärkoalition bereits mehrmals für die hohe Zahl an getöteten Zivilisten durch ihre Luftangriffe kritisiert. Regelmäßig greife die Koalition Ziele wie Schulen und Krankenhäuser an.

Bei den im vergangenen Jahr getöteten 785 Kindern sei die saudi-arabische Koalition für 60 Prozent der Fälle verantwortlich, heißt es in dem Uno-Bericht. Zudem seien 1.168 Kinder verletzt worden. Auch die Gegner der Koalition wurden auf die Schwarze Liste gesetzt. Sie sind demnach für 72 Prozent der 762 bekannten Fälle von Kindersoldaten verantwortlich.

Das Uno-Kinderhilfswerk UNICEF hatte kürzlich bekanntgegeben, dass im Jemen inzwischen zehn Millionen Kinder auf humanitäre Hilfe angewiesen sind – darunter rund 320.000 Kinder, die von schwerer akuter Mangelernährung bedroht sind. Von den für 2016 benötigten Hilfsgeldern für den Jemen hat Unicef nach eigenen Angaben jedoch erst 18 Prozent erhalten. (APA, AFP, 3.6.2016)

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