Kosovo vor offiziellem Länderspiel-Debüt

2. Juni 2016, 17:07
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Vor dem internationalen Debüt gegen die Färöer bleiben viele Fragen offen

Frankfurt – Der Kosovo steht vor einem Meilenstein: Am Freitag (20 Uhr) bestreitet der junge Balkan-Staat in Frankfurt das erste offizielle Fußball-Länderspiel seiner Geschichte, Gegner sind die Färöer. Genau vor einem Monat nahm die UEFA den Kosovo als Mitglied auf, zehn Tage später tat es die FIFA dem europäischen Verband gleich.

Wegen der UEFA-Aufnahme klagte der serbische Fußballverband (FSS) vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS), woraufhin das UEFA-Exekutivkomitee die WM-Qualifikationsteilnahme des Kosovo vorerst aussetzte. "Unser Hauptargument ist, dass die UEFA ihr eigenes Statut verletzt. Es kann nur jemand Mitglied werden, der UNO-Mitglied ist. Das ist der Kosovo nicht", argumentiert der Anwalt Gabriel Lansky, der den FSS vertritt.

Schweiz und Albanien bangen um Spieler

Eine dauerhafte Anerkennung hätte auch für die Schweiz und Albanien Folgen. Die Schweizer Teamkicker Xherdan Shaqiri, Granit Xhaka und Valon Behrami haben kosovarische Wurzeln, EM-Teilnehmer Albanien könnte mit Milot Rashica seine größte Zukunftshoffnung verlieren. Die FIFA-Regeln verbieten einen Nationenwechsel nach dem ersten A-Länderspiel, aufgrund des Sonderfalls Kosovo könnte es aber Ausnahmen geben. Der Staat proklamierte erst 2008 seine Unabhängigkeit, auch fünf EU-Länder haben diese – meist wegen Unabhängigkeitsbestrebungen oder Minderheiten innerhalb der eigenen Grenzen – noch nicht anerkannt.

Das Debütspiel auf neutralem Boden in Frankfurt wird wohl kein sportlicher Leckerbissen, der Kader des Kosovo liest sich noch unspektakulär. Der größte Name ist Albert Bunjaku, der 2010 mit der Schweiz bei der WM dabei war, der 19-jährige Bersant Celina hat in 13 Premier-League-Einsatzminuten für Manchester City immerhin einen Assist auf dem Konto. (APA, red, 2.6.2016)

  • Die Fans des Kosovo dürfen ab Freitag auch offiziell jubeln.

    Die Fans des Kosovo dürfen ab Freitag auch offiziell jubeln.

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