Österreichische Holzindustrie verzeichnet Wachstumsschub

2. Juni 2016, 13:08
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Branche setzte 2015 nach drei Jahren mit Negatiwachstum um fast fünf Prozent mehr um

Wien – In der österreichischen Holzindustrie gibt es nach drei Jahren mit Umsatzrückgängen wieder einen Aufwärtstrend. 2015 ist die Branche um 4,8 Prozent gewachsen und setzte 7,49 Mrd. Euro um. Der Fachverband klopft auf Holz und erwartet auch für das laufende Jahr ein leichtes Plus.

Der heimische Holzbau trug mit einem Wachstum von 1,6 Prozent zum Ergebnis bei und verbuchte Erlöse in Höhe von 2,37 Mrd. Euro. Der Teilbereich Säge wuchs um 2 Prozent auf 1,96 Mrd. Euro. Möbel kamen auf 1,84 Mrd. Euro (minus 0,9 Prozent), Platte und Ski erwirtschafteten zusammen 1,32 Mrd. Euro.

Wachstumstreiber Export

Der Import der heimischen Holzindustrie legte im Vorjahr um 1,4 Prozent auf 3,74 Mrd. Euro zu. Wachstumstreiber ist aber nach wie vor der Export, er kletterte 2015 um 2,4 Prozent auf 4,96 Mrd. Euro. Hauptabsatzmarkt ist mit 74 Prozent die EU, die meisten Geschäfte werden mit Deutschland und Italien gemacht. Deshalb trete die Holzindustrie nach wie vor für offene Grenzen ein, das Auslandsgeschäft trage zum Wohlstand Österreichs bei: "Das Geld kommt vom Ausland herein", betont Erich Wiesner, Obmann des Fachverbands der Holzindustrie, bei einem Pressegespräch am Donnerstag und verweist auf eine Exportquote von 66 Prozent.

In Bezug auf TTIP betonte Wiesner, dass man "das Ganze nicht von vornherein verteufeln" solle. Man müsse sich sachlich mit den Hintergründen beschäftigen. "Wir müssen uns aber auch nicht an Amerika verkaufen", sagt er, an gewissen Standards sei nicht zu rütteln.

Weniger Beschäftigte

Die Beschäftigtenanzahl ging erneut zurück: waren 2014 noch 26.216 (2013: 27.928) Mitarbeiter in der Holzindustrie beschäftigt, arbeiteten dort im Vorjahr nur noch 25.484 Personen. Grund dafür seien die anhaltenden Rationalisierungsmaßnahmen und der internationale Wettbewerbsdruck. Trotzdem sei die Holzindustrie ein stabiler Arbeitgeber. "Wir brauchen die Mitarbeiter und Facharbeiter", so Herbert Jöbstl, stellvertretender Fachverbandsobmann.

Die Holzindustrie bildet aktuell 733 Lehrlinge aus, es gebe aber Potenzial für mehr. Laut dem Verband herrscht zu wenig Bewusstsein über die Möglichkeit einer Lehre in der Holzindustrie, dem möchte man mit Informationsoffensiven entgegenwirken. Besonders in der Plattenindustrie gebe es bei den Lehrstellen noch Luft nach oben. (APA, 2.6.2016)

  • Der Fachverband der Holzindustrie hofft, dass die Umsätze auch im laufenden Jahr nach oben klettern.
    foto: jens meyer

    Der Fachverband der Holzindustrie hofft, dass die Umsätze auch im laufenden Jahr nach oben klettern.

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