Start-Up-Investor startet Pilotprojekt

2. Juni 2016, 12:47
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Das Gründerzentrum Y Combinator befasst sich mit der Frage nach finanzieller Absicherung für Alle

Dass das Thema bedingungsloses Grundeinkommen gerade en vogue ist, zeigt nicht nur die bevorstehende Volksabstimmung dazu in der Schweiz oder Experimente in einzelnen Städten. Vor einigen Jahren noch häufig als sozialpolitische Utopie abgetan, gewinnt die Idee mehr und mehr Unterstützer – auch aus Bereichen, wo man sie zunächst nicht vermuten würde: Konservative Wirtschaftsexperten und einflussreiche Tech-Unternehmen aus dem Silicon Valley etwa. Y Combinator (YC) ist ein prominentes Beispiel hierfür und startet nun mit einer Studie und einem Pilotprojekt eigene Untersuchungen.

foto: denis balibouse / reuters
Mit 8000 Quadratmeter das weltweit größte Plakat, letzte Werbung vor der Abstimmung dieses Wochenende in der Schweiz. Finanziert wurde es durch ein Crowdfunding-Projekt der Initiatoren des Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE).

Der Inkubator ist die einflussreichste Start-Up-Schmiede im Silicon Valley – zur langen Liste der unterstützen Unternehmen gehören unter anderem Reddit, Airbnb oder Dropbox. Der Gesamtwert der von YC hervorgebrachten Start-Ups beträgt mehr als 50 Milliarden Dollar, für die Programme bewerben sich alle paar Monate mehrere tausend kleine Unternehmen. Sam Altman, knapp über dreißig, ist seit gut zwei Jahren Präsident von YC, zuvor studierte er Informatik in Stanford und gründete eine App, über die Freunde ihren Standort teilen können.

Kein Abwarten

Altman ist überzeugt, dass kein Weg am Grundeinkommen vorbeiführt. Er argumentiert, wie viele andere aus der Tech-Branche, mit dem rasanten technologischen Fortschritt, der die Arbeitswelt auf den Kopf stellen werde. In rund 50 Jahren werde es uns lächerlich vorkommen, dass die Angst, nichts zu essen zu haben, Menschen zum Arbeiten motiviert hat, sagt er. Auf staatliche Schritte will er nicht warten.

Oakland dient Altman und YC als Versuchsgebiet, mit den Behörden vor Ort sei man bereits in Kontakt und Infoverantaltungen für die Bevölkerung würden folgen, heißt es bei YC. Im Pilotprojekt gehe es vorrangig darum, viele wichtige Fragen – vor allem methodologische – für die geplante Langzeitstudie vorzubereiten.

What would you do,...

Das Einkommen werde dabei bedingungslos verteilt, schreibt Altman in einem Blogbeitrag: "Wir geben es den Teilnehmern für die Dauer der Studie – komme was wolle." Ob die Teilnehmer weiterhin der Erwerbsarbeit nachgehen, verreisen, Freiwilligenarbeit leisten oder gar nichts mehr tun, stehe ihnen frei. Wie viele Menschen am Projekt teilnehmen können, hat YC bislang nicht bekanntgegeben. (lhag, 2.6.2016)

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