Paris fordert Luftbrücke für belagerte syrische Städte

2. Juni 2016, 08:26
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UN-Sicherheitsrat will am Freitag über Versorgung aus der Luft beraten

New York – Frankreich hat die Vereinten Nationen am Mittwoch aufgefordert, die Menschen in den belagerten Städten in Syrien ab sofort aus der Luft zu versorgen. Es sei offensichtlich, dass kein freier Zugang zu den Städten gewährt werde, erklärte der Pariser UNO-Botschafter Francois Delattre.

Deswegen solle das UNO-Ernährungsprogramm (WFP) eine Versorgung aus der Luft einrichten, vordringlich für Daraya, Madaya und Moadamiyeh.

"Schockierend und inakzeptabel"

Der UNO-Sicherheitsrat kommt am Freitag zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen, um über die Einrichtung von Luftbrücken zu beraten. Am Mittwoch war zwar erstmals seit Beginn der Belagerung durch Regierungstruppen vor vier Jahren ein Hilfskonvoi in die Stadt Daraya durchgelassen worden – allerdings nur mit Medikamenten.

Es sei "schockierend und inakzeptabel", dass keine Lebensmittel zu den rund 8.000 festsitzenden Menschen gebracht werden konnten, kritisierte die Hilfsorganisation Save the Children. Die syrische Opposition warf Machthaber Bashar al-Assad vor, seine "Politik der Aushungerung" fortzuführen. Daraya liegt nur 15 Autominuten von der Hauptstadt Damaskus entfernt, die Stadt gehörte zu den ersten, in denen die Bevölkerung gegen Assad auf die Straße gegangen war. Seit 2012 wird sie von seinen Truppen belagert.

Die Syrien-Kontaktgruppe hatte sich im Mai in Wien auf die Einrichtung einer Luftbrücke geeinigt und die UNO vergangene Woche aufgefordert, diese einzurichten, sollten Assad und die Rebellen Hilfsorganisationen keinen freien Zugang zu der festsitzenden Zivilbevölkerung gewähren. Die UNO warnte mehrfach, Menschen könnten verhungern, sollten sie nicht bald mit Lebensmitteln versorgt werden. (APA, 2.6.2016)

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