Sunnybag Powertab: Solarladegerät von Grazer Start-up im Test

8. Juni 2016, 18:57
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Mit dem mobilen Ladegerät können Smartphones, Tablets und andere Kleingeräte unterwegs aufgeladen werden

Grillparty auf der Donauinsel, Arbeiten im Park oder eine Wandertour – es gibt viele Situationen, in denen man keine Steckdose in der Nähe hat, auf Kamera, Smartphone oder Tablet aber nicht verzichten möchte. Akkupacks machen unabhängig, sind jedoch meist recht schwer und auch ihnen geht irgendwann der Saft aus. Das Grazer Start-up Sunnybag bietet mit dem Powertab ein mobiles Solarladegerät mit integriertem Akku. Der WebStandard hat getestet, was es kann.

Leistung

Das Powertab verfügt über eine 5 Watt starke Solarzelle, die die zwei Zellen den Akkus mit insgesamt 6.000 mAh lädt. Damit gehört es zu den leistungsstärkeren Modellen am Markt für das Laden kleinerer, mobiler Geräte. Das schlägt sich allerdings auch in den Abmessungen nieder – das Gerät weist mit 21,7 x 16,4 x 2 Zentimetern eine etwas größere Fläche als als ein A5-Blatt auf und wiegt 318 Gramm. Zusammenklappbar, wie einige andere Modelle, ist es nicht.

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Die Fläche des Solarladegeräts entspricht etwa der eines A5-Blattes. Damit ist es etwas sperrig.
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Praktisch: auf der Rückseite befinden sich zwei LEDs, die das Powertab in der Nacht zur Leselampe umfunktionieren.

Mit dem Powertab kann man Geräte wie Kameras, GPS-Empfänger, Stirnlampen oder Fitnessarmbänder aber auch Smartphones und Tablets aufladen. Dafür liefert es einen Ausgangsstrom von bis zu 2,4 Ampere über einen USB-Anschluss. Im Lieferumfang befinden sich neben einem USB-Kabel auch Adapter für iPhones (30-Pin und Lightning-Anschluss) sowie ein Dual-USB-Kabel. Über den USB-Anschluss kann der Akku auch an einer externen Stromquelle aufgeladen werden, wenn Steckdose aber keine Sonne vorhanden ist.

Mit dem aufklappbaren Standfuß auf der Rückseite kann das Ladegerät aufgestellt werden. Das ist einerseits praktisch, um es optimal zum Stand der Sonne im Winkel von 90 Grad aufzustellen. Und andererseits kann es so auch beispielsweise als Lichtquelle in der Nacht im Zelt genutzt werden, da sich auf der Rückseite zwei LEDs befinden. Über eine Öse im Gehäuserand lässt es sich aufhängen – Sunnbag liefert dazu einen Karabinerhaken, ein Band und einen Saugnapf mit. Um es beispielsweise an einem Rucksack zu fixieren, damit es während einer Wanderung stets aufgeladen wird, muss man sich aber etwas geschickter anstellen. Besser wären hier zumindest zwei Haken an den Geräteseiten.

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Zum Laden von Geräten über USB reicht ein Druck auf den seitlichen Einschaltknopf.
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Über eine Öse, ein mitgeliefertes Band, Karabiner-Haken und Saugnapf kann das Ladegerät auch aufhängt werden. Zur Befestigung an einem Rucksack außen, sodass es während des Wanderns stets aufgeladen wird, ist diese Vorrichtung aber weniger gut geeignet.

Gehäuseschutz

Das Powertab ist nach der Schutzklasse IPX6 vor Wasser geschützt. Eigentlich würde IPX6 einen Schutz gegen einen Druckwasserstrahl bedeuten. Hersteller Sunnybag schreibt allerdings auf der Verpackung nur von einem spritzwasserfesten Gehäuse. Bei starkem Regen sollte das Gerät also nicht im Freien verwendet werden. Eine im Lieferumfang enthaltene Gummihülle schützt zusätzlich vor Stürzen aus geringer Höhe.

Wer unterwegs das Ladegerät im Auto volltanken will, sollte vorsichtig sein. Der Hersteller warnt davor, dass das Gerät nicht in geschlossenen Räumen über 45 Grad Celsius verwendet werden darf. Den Parkplatz in der prallen Sonne sollte man also nicht zum Laden des Powertabs ausnutzen.

Bedienbarkeit

Die Bedienung ist sehr einfach. Das Aufladen funktioniert automatisch, sobald sich das Solarpanel im Sonnenlicht befindet. Die LEDs auf der Rückseite schaltet man ein bzw. ab, indem man den seitlichen Knopf etwa zwei Sekunden gedrückt hält. Angeschlossene Geräte werden geladen, wenn man die Taste ebenfalls kurz drückt.

Über eine LED-Anzeige am unteren Rand kann man ablesen, wie stark die Sonneneinstrahlung ist – je intensiver grün sie leuchtet, desto intensiver ist die Sonnenstrahlung und desto schneller lädt das Powertab auf. So jedenfalls die Beschreibung des Herstellers. Allerdings leuchtete die Anzeige im Test auch bereits bei schwacher Sonnenstrahlung stark grün, die nicht stark genug zum Laden des Geräts war.

Daneben befinden sich drei blaue LEDs, die den Akkuladestand anzeigen. Sie leuchten kurz auf, wenn man den Kopf an der Seite kurz drückt. Sehr aufschlussreich ist diese Art den Ladezustand anzuzeigen jedoch nicht. Im Test leuchtete beispielsweise noch eine blaue LED, allerdings war der Ladestand bereits zu niedrig um ein Smartphone auch nur noch ein paar Minuten aufladen zu können. Hier wäre entweder eine mehrteilige Skala oder ein kleines LCD besser, über das man den Ladestand präzis ablesen kann.

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Drei blaue LEDs zeigen den Ladezustand an. Hier leuchten zwei davon – zu wieviel Prozent das Powertab damit exakt geladen ist, lässt sich nur erraten.

Ladezeiten

Ein Smartphone lässt sich nach Herstellerinformationen bereits in zwei bis drei Stunden vollständig laden, ein Tablet in etwa vier Stunden. Diese Angaben konnten auch im Test in etwa nachvollzogen werden. Ein iPhone 6 (mit einem 1.810mAh-Akku) wurde in zwei Stunden und zwanzig Minuten aufgeladen.

Je danach, was aufgeladen werden soll, reicht eine Akkuladung des Powertabs für mehrere Vorgänge. Ein durchschnittliches Tablet kann man höchstens einmal damit laden, während man ein Smartphone zwei bis drei mal anstecken kann. Beim iPhone 6 waren allerdings nur eineinhalb Ladevorgänge möglich.

Wie schnell das Powertab selbst voll aufgeladen ist, hängt von der Intensität der Sonneneinstrahlung ab. In der prallen Sonne soll das innerhalb von acht Stunden möglich sein. Sind die Bedingungen ideal ist das Gerät tatsächlich schnell geladen. Bei indirektem Sonnenlicht oder leichter Bewölkung leuchtete die Anzeige im Test zwar wie weiter oben beschrieben intensiv grün, das Tablet zeigte allerdings auch nach mehreren Stunden keinen sichtbaren Ladefortschritt.

Fazit

Das Powertab punktet damit, dass es sehr einfach zu bedienen ist, mobile Geräte schnell aufgeladen werden und der Akku genügend Kapazität für mehr Ladevorgänge mitbringt. Das geht jedoch auf Kosten der Gehäusedimensionen. Und bei der Anzeige über den Ladezustand kann man nur raten wie weit das Gerät schon aufge- oder entladen ist.

Das Gerät eignet sich eher für Aktivitäten wie lange Camping-Ausflüge oder ausgedehnte Touren mit dem Rad. Für Wanderer gibt es besser geeignete Modelle. Sunnybag selbst bietet etwa mit dem Modell Leaf ein biegsames Solarpanel an, das am Rucksack fixiert werden kann.

Das 6.000mAh-Modell des Powertabs kostet direkt beim Hersteller 79 Euro. Diskonter Hofer verkauft ab 9. Juni eine Variante mit einem etwas kleineren Akku mit 5.200mAh um 49,90 Euro, die laut Herstellerangaben etwa zehn Prozent schwächer ist. (Birgit Riegler, 8.6.2016)

Hinweis in Sinn der redaktionellen Richtlinien: Das Testgerät wurde für einen begrenzten Zeitraum von Hofer zur Verfügung gestellt.

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Sunnybag

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