Vorarlberger Politiker fordern bessere Kontrolle von Waffenverboten

1. Juni 2016, 16:29
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Fragen zum politischen Hintergrund des Amoktäters von Nenzing bleiben auch nach einer Sitzung des Rechtsausschusses offen

Bregenz – Der Rechtsausschuss des Vorarlberger Landtags hat sich am Mittwoch mit der Amoktat in Nenzing in der Nacht auf den 22. Mai befasst. Offene Fragen zum rechtsextremen Hintergrund und dem Motiv des 27-Jährigen, der zwei Menschen erschossen und zwölf durch Schüsse aus einer verbotenen Kriegswaffe verletzt hatte, bleiben unbeantwortet.

So hielt sich die Polizei mit Antworten auf Fragen der Abgeordneten über Zusammenhänge mit einem Waffenfund bei einem 27-jährigen Lustenauer, der laut Auskunft der Grünen ebenfalls der rechten Szene zugerechnet wird, zurück. Dass es sich bei dem Lustenauer ebenfalls um einen Rechtsextremen handelt, wurde weder bestätigt noch dementiert.

Mehr Polizeibefugnisse für Waffenkontrollen

Einig waren sich die Parteien, dass die Polizei mehr Befugnisse wie Hausdurchsuchungen zur Kontrolle von Waffenverboten erhalten sollte. Gegen den Täter von Nenzing wie den Lustenauer bestand ein Waffenverbot.

Die Grünen bezweifeln, dass sich Gregor S., der Täter von Nenzing, aus der rechtsextremen Szene verabschiedet hatte. Die Polizei hatte bei ihrer Pressekonferenz nach der Tat mitgeteilt, S. sei seit 2013 nicht mehr aktiv gewesen. Facebook-Postings von S., der sich nach der Tat selbst erschoss, sprechen eine andere Sprache. Er teilte noch im Jahr 2015 einschlägige Postings. (Jutta Berger, 1.6.2016)

  • Im Vorarlberger Landtag sind sich alle Parteien einig, dass die Polizei mehr Befugnisse zur Kontrolle von Waffenverboten erhalten soll.
    foto: apa/herbert neubauer

    Im Vorarlberger Landtag sind sich alle Parteien einig, dass die Polizei mehr Befugnisse zur Kontrolle von Waffenverboten erhalten soll.

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