Flüchtlinge: Prager Sender soll Negativberichte gefordert haben

1. Juni 2016, 12:37
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Der Sender wies die Vorwürfe zurück

Prag – Der private tschechische Fernsehsender "Prima" soll seine Redakteure zu einer negativen Berichterstattung über Flüchtlinge aufgerufen haben. Dies berichtete das Internetmedium "Hlidaci Pes" (Wächter) am Mittwoch unter Verweis auf eine Redaktionskonferenz im September. Eine Führungsperson habe damals gedroht: "Wer den Programmleiter nicht respektiert, dem steht frei, hier nicht zu arbeiten."

"Das kann der Anfang vom Ende sein", habe ein Vorstandsmitglied des Senders über die Flüchtlingskrise gesagt. "In dem Moment, wo sie hier sind und viele von ihnen hier sind, werden sie dazu tendieren, ihre Wahrheit, ihre Weltsicht, ihre Religion, ihre Regeln wirklich durchzusetzen", habe er über in Libyen auf die Überfahrt wartende Menschen gesagt. Er wolle nicht, dass seine Tochter einmal eine Burka tragen müsse.

Sender weist Vorwürfe zurück

Der Sender wies die Vorwürfe zurück. Ziel der Redaktionskonferenz sei es gewesen, "einen für den Zuschauer verständlichen und konsistenten Zugang zum Thema der Flüchtlingskrise festzulegen", hieß es in einer Stellungnahme. Die Nachrichtenredaktion werde "auch weiterhin unabhängig über die Flüchtlingskrise und andere grundlegende Probleme unserer Gesellschaft informieren". Die Prima-Sendergruppe hat einen Zuschaueranteil von gut 21 Prozent. (APA, 1.6.2016)

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