User-Wertung: Wie hat Ihnen "X-Men: Apocalypse" gefallen?

Umfrage6. Juni 2016, 11:43
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Der neunte Teil der Heldensaga dominiert die Kinocharts, auch die Kritiker sind begeistert. Was sagen Sie zu dem Film?

Fünf Jahrtausende hat der Mutant Apocalypse (bürgerlicher Name En Sabah Nur, gespielt von Oscar Isaak) in einem komaähnlichen Schlaf verbracht. Zuvor war er in Ägypten als Gott verehrt worden, bis Zweifler eine Pyramide über ihm einstürzen ließen.

Nun ist das Jahr 1983, Apocalypse wacht auf und ist entsetzt: Die Menschheit hat sich nicht nach seinen Wünschen entwickelt. Eine zerstörte Umwelt, nukleare Bedrohungen und sonstiges Menschengemachte lassen ihn einen Vernichtungsplan fassen. Gleichgesinnte findet er im frustrierten Magneto (Michael Fassbender), in Psylocke (Olivia Munn), dem geflügelten Angel (Ben Hardy) und der jungen Storm (Alexandra Shipp). Gegen das Ende der Menschheit sind Raven (Jennifer Lawrence) und der pazifistisch veranlagte Professor Xavier (James McAvoy) samt Schülerschaft. Ein Kampf der Mutanten-Giganten beginnt.

Was sagen die Kritiker?

In der STANDARD-Kritik zeigt man sich einigermaßen begeistert: Es könnte sich um den besten Blockbuster des Jahres handeln, zumindest in Hinsicht auf Superhelden-Blockbuster. Gründe dafür gebe es mehrere: Zum einen merke man dem Film die intensive Beschäftigung des Regisseurs mit der X-Men-Saga an: Bryan Singer erschuf bereits die Vorgänger der Reihe, beschäftigt sich seit rund 20 Jahren mit der Thematik. Von Anfang an bewies Singer ein "Gespür für das Kurzschließen von schnöder Wirklichkeit und attraktiver Populärkultur". Im Kino wurden seither "die Angst und zugleich der Wunsch nach Anpassung, ob individuell oder kollektiv", von "keinen anderen Heldenfiguren" derart präzise antizipiert wie von diesen "Außenseitern und Ausgestoßenen".

Das große Thema der "nunmehr auf neun Teile angewachsenen Saga" sei nicht weniger "als die menschliche Evolution selbst – und die Frage, welche Risiken jede Veränderung mit sich bringt". Gleichzeitig gehe es auch um individuelle Krisen und die Rückbesinnung auf den eigenen Wert. Der Film erzähle "von der Schwierigkeit, allen Widrigkeiten dieser Welt zum Trotz den Glauben an sich selbst nicht zu verlieren. Und das hat weniger mit Streben nach Einzigartigkeit oder verquaster Religionsphilosophie zu tun als mit der Erkenntnis, dass die Welt immer auch so ist, wie man sie sieht."

Der "Spiegel" verweist auf die "ikonografisch wie ideologisch gewagten Momente, in denen sich die Qualitäten der Kinoadaptionen der 'X-Men'-Comics zeigen". Etwa wenn Magneto nach Auschwitz zurückkehrt, um den Ort, an dem seine Familie ermodert wurde, zu zerstören. Erneut "werde so eindrucksvoll die immer noch heftig umkämpfte Grenze zwischen Hoch- und Popkultur" filmisch eingerissen.

Obwohl das Figurenpersonal groß sei, erlahme die Handlung nicht zu einem "Schaulaufen der Superhelden". Singer inszeniere ein Spektakel, "das virtuos zwischen elegischen, fast kontemplativen Passagen und temporeichen Effektsequenzen wechselt". Verlässliche Stärke seiner X-Men-Filme sei, "dass Actionszenen nie reiner Selbstzweck, sondern vielmehr furioser Ausdruck der inneren Verfasstheit und Konflikte der Figuren sind".

Was sagen Sie?

Die US-Kinocharts führt "X-Men: Apocalypse" jedenfalls an. Wie sehen Sie das jüngste Werk Bryan Singers? Können Sie in die Hymnen einstimmen? (jmy, 6.6.2016)

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    foto: centfox

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