Zahl Langzeitarbeitsloser steigt im Jahresvergleich massiv

1. Juni 2016, 11:23
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Ältere und Ausländer erneut besonders stark betroffen

Wien – Im Mai waren 405.470 Menschen auf Jobsuche, das ist ein Plus von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig hat die Zahl der gemeldeten offenen Stellen um 41 Prozent auf 41.591 zugelegt. Einmal mehr waren insbesondere Ältere und Ausländer von der steigenden Arbeitslosigkeit betroffen, während es bei Jugendlichen einen deutlichen Rückgang gab.

Dramatisch ist die Situation bei den Langzeitarbeitslosen, wo es im Jahresvergleich ein Plus von 87 Prozent gab. Gleichzeitig sind die Arbeitslosen immer länger ohne Job – im Mai waren es bereits 126 Tage, ein Zuwachs von zwölf Tagen im Vergleich zum Mai 2015.

Als Grund für den weiteren Anstieg der Arbeitslosenzahlen nennt das Sozialministerium die Zunahme der Zahl der Jobsuchenden durch die Erhöhung des Pensionsalters und den Zuzug aus dem Ausland.

Bei Männern blieb die Zahl der Arbeitslosen im Jahresvergleich konstant, bei Frauen gab es einen Zuwachs von 2,8 Prozent. 16 Prozent der Arbeitslosen waren bereits länger als ein Jahr auf Jobsuche, insgesamt betrug die durchschnittliche Erwerbslosigkeit 126 Tage, was einem Zuwachs von 12 Tagen entspricht.

Einen Lichtblick stellt der Lehrstellenmarkt dar, wo die Zahl der gemeldeten offenen Stellen um 9,2 Prozent auf 3.222 anwuchs. Gleichzeitig waren aber 4.967 Personen auf Lehrstellensuche, ein Zuwachs von 3,7 Prozent.

24.460 Flüchtlinge ohne Arbeit

Im Mai waren 24.461 anerkannte Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte auf der Suche nach einem Job, das ist ein Plus von 49 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres. 9.840 kamen aus Syrien, 4.840 aus Afghanistan und 3.410 aus Russland. Rund zwei Drittel von ihnen hatten nur Pflichtschulausbildung, geht aus Zahlen des AMS hervor.

Doch nicht nur der Zuzug erhöht das Arbeitskräfteangebot bei gleichzeitig 405.470 Personen in Arbeitslosigkeit bzw. Schulung. Auch die beiden Großpleiten von Zielpunkt und bauMax hinterlassen weiterhin deutliche Spuren in der Arbeitslosenstatistik. 798 ehemalige Mitarbeiter von Zielpunkt suchen noch einen Job, bei bauMax sind es 149.

Saisonniers

Die Wirtschaftskammer hat heute empört auf geplante Änderungen bei der Regelung für Saisonniers reagiert. Dadurch würden die Beschäftigung dieser temporären, ausländischen Arbeitskräfte erschwert. Dabei würden diese den Inländern keine Jobs wegnehmen, da es im Tourismus ohnehin schwierig sei, alle offenen Posten zu besetzen, so die Kammer.

Laut den heute präsentierten Arbeitslosenzahlen für Mai waren im Tourismus 47.061 Personen auf Arbeitssuche, das sind um 118 mehr als noch vor einem Jahr.

Personen ab 50

Bei den Personen ab 50 Jahren gab es einen Zuwachs von 6,1 Prozent auf 93.859, bei Ausländern stieg die Zahl um 4,6 Prozent auf 94.976. Bei Männern generell blieb die Arbeitslosenzahl stabil, während sie bei Frauen um 2,8 Prozent nach oben ging.

Mehr Beschäftigte

Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten erhöhte sich um 1,3 Prozent auf 3,57 Millionen. Nach Branchen betrachtet zeigt sich ein sehr unterschiedliches Bild. Während am Bau (minus 8,1 Prozent) und bei den Zeitarbeitnehmern (minus 2,8 Prozent) ein Rückgang verzeichnet wurde, gab es im Handel ein Plus von 2,4 Prozent, im Tourismus waren um 0,3 Prozent mehr ohne Job.

Eurostat

Die Arbeitslosenquote nach Eurostat gab um 0,1 Prozentpunkt auf 5,8 Prozent nach, bei Jugendlichen reduzierte sie sich um 0,5 Prozentpunkte auf 10,4 Prozent. (APA, 1.6.2016)

  • Arbeitsmarktdaten für Österreich im Mai: mehr Stellen, aber auch mehr Arbeitslose.
    foto: apa/julian stratenschulte

    Arbeitsmarktdaten für Österreich im Mai: mehr Stellen, aber auch mehr Arbeitslose.

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