16 Jahre Haft für Costa-Concordia-Kapitän bestätigt

1. Juni 2016, 08:33
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Berufungsgericht bestätigt das Urteil der ersten Instanz gegen Unglückskapitän Francesco Schettino, der will erneut Berufung einlegen

Florenz – Im Berufungsprozess wegen des Costa-Concordia-Unglücks im Jahr 2012 ist am Dienstag in Florenz Kapitän Francesco Schettino in zweiter Instanz zu 16 Jahren Haft verurteilt worden. Damit wurde die erstinstanzliche Strafe von 16 Jahren und einem Monat de facto bestätigt, zu der Schettino 2015 verurteilt worden war.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Schettino will Berufung einlegen, berichtete Schettinos Anwalt Donato Laino, der auf Freispruch plädiert hatte. Auch die Staatsanwaltschaft will voraussichtlich Berufung gegen das zweitinstanzliche Urteil einlegen, das ihrer Ansicht nach zu mild ist. Die Strafe sei angesichts der 32 Todesopfer unangemessen, meinten die Staatsanwälte, die für Schettino 27 Jahre und drei Monate Haft gefordert hatten. Ähnlicher Ansicht waren Hinterbliebene, die sich kritisch über die als zu niedrig bewertete Strafe äußerten.

Nicht vor Gericht erschienen

Der 55-jährige Schettino wartete am Dienstag in seiner Wohnung in Meta di Sorrento in der süditalienischen Region Kampanien. Bei dem im April begonnenen Berufungsverfahren war Schettino nie vor Gericht erschienen.

Schettino, der nach dem Unglück im Jänner 2012 fast sechs Monate unter Hausarrest verbracht hatte, wurden mehrfache fahrlässige Tötung, das vorzeitige Verlassen des Schiffes während der Evakuierung, die Verursachung von Umweltschäden und falsche Angaben an die Behörden vorgeworfen.

Die Costa Concordia hatte im Jänner 2012 vor der Mittelmeerinsel Giglio einen Felsen gerammt und war gekentert. 32 der mehr als 4.200 Menschen an Bord kamen dabei ums Leben. An Bord befanden sich auch 77 Österreicher, die sich alle retten konnten. (APA, 31.5.2016)

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