Bank- und Postfilialen: Kundenbindung

Einserkastl31. Mai 2016, 17:38
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Vom Aufsuchen der Bank- oder Postfiliale, die Sie kennen, ist stark abzuraten, denn es ist eher wahrscheinlich, dass sie zugesperrt wurde

Eine der Zwangsbeschäftigungen des Menschen in der modernen Servicegesellschaft besteht darin, im Internet herauszufinden, welche Bank- oder Postfilialen sich in seiner – relativen – Nähe befinden. Vom Aufsuchen der Filiale, die Sie kennen, ist stark abzuraten, denn es ist eher wahrscheinlich, dass sie, seit Sie das letzte Mal dort waren, zugesperrt wurde.

Als Person mittleren Alters, nicht digital native, sondern tendenziell dd (digital depp), denkt man stets, es liege an einem selbst, wenn man scheitert: wenn einen der Klick nicht zur Information, sondern ins Netz-Nirwana befördert. Aber dann ruft man eine(n) der Jungen zu Hilfe, und die/der kann's auch nicht. Weil's halt gerade nicht funktioniert.

Wenn Sie eine "Servicenummer" anrufen, müssen Sie durchs Haben-Sie-wollen-Sie-drücken-Sie-X-Spiel. Also eine Mail: Die wird im konkreten Fall der Bitte um die Auskunft, ob es am Flughafen Wien noch eine Filiale einer ganz bestimmten Bank gibt, rasant beantwortet, nach eineinhalb Stunden (man stellt sich bei so einer Anfrage ja auf Tage ein).

Ja, hurra, es gibt sie, die Filiale! Im "Office Park", also nicht im Flughafengebäude, geöffnet am Mittwoch von 8.30 bis 15 Uhr. Kundenbindung vom Feinsten. Dafür sind bitte schön die wenigen überlebenden "Postbriefkästen" laut Internet-Auskunft "24 Stunden geöffnet". Und werden innerhalb von 168 Stunden (7×24) sogar fünf Mal geleert! (Gudrun Harrer, 31.5.2016)

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