Deutsche und Briten erinnern an historische Skagerrak-Schlacht

Ansichtssache31. Mai 2016, 16:56
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Hamburg – Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Großbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des größten Seegefechts der Geschichte gedacht. Bundespräsident Joachim Gauck, Großbritanniens Premierminister David Cameron und die britische Prinzessin Anne nahmen zusammen mit Marinesoldaten und Angehörigen damaliger Seeleute an der zentralen Gedenkzeremonie auf den britischen Orkney-Inseln teil.

Am Ort des Geschehens in der Nordsee legten die deutschen Fregatten "Schleswig-Holstein" und "Brandenburg" sowie der britische Zerstörer "HMS Duncan" nach Angaben der deutschen Marine in einer gemeinsamen Gedenkaktion einen Kranz zu Ehren der Getöteten im Wasser nieder. Am deutschen Marineehrenmal in Laboe stellten deutsche und britische Vertreter, darunter der Herzog von Kent als Vertreter des britischen Krone, 850 Gedenkkreuze auf.

Während des Ersten Weltkriegs waren die deutschen und britischen Kriegsflotten am 31. Mai 1916 vor der dänischen Westküste nahe der Einfahrt zum Skagerrak nach jahrzehntelangem Wettrüsten zwischen beiden Ländern aufeinandergetroffen. Sie lieferten sich stundenlange schwere Gefechte, bei denen 25 Schiffe zerstört und mehr als 8.500 Soldaten getötet wurden. Keine Seite erreichte einen entscheidenden militärischen Vorteil.

Die Skagerrak-Schlacht war mit 250 teilnehmenden Schiffen die größte Seeschlacht, die es je gab. Sie gehört außerdem zu den bekanntesten und folgenreichsten Militäraktionen des vor allem durch den Stellungs- und Grabenkrieg in Frankreich geprägten Ersten Weltkriegs.

Gauck, Cameron und Prinzessin Anne besuchte in Kirkwall auf der Orkney-Insel Mainland einen feierlichen Gedenkgottesdienst. Die Gewässer rund um die Orkneys beherbergten im Ersten und Zweiten Weltkrieg den riesigen britischen Flottenstützpunkt von Scapa Flow. Anne vertrat den eigentlich angekündigten Ehemann der britischen Königin Elizabeth II, Prinz Philipp. Dieser hatte den Termin auf Anraten seiner Ärzte kurzfristig abgesagt.

Die Skagerrak-Schlacht führte zu einem Strategiewechsel der deutschen Militärführung im Seekrieg hin zu U-Boot-Angriffen auf Versorgungsschiffe, was wiederum maßgeblich den Kriegseintritt der USA aufseiten Großbritanniens und Frankreichs im folgenden Jahr herbeiführte und die deutsche Niederlage 1918 besiegelte. In Großbritannien gilt die Schlacht daher als kriegsentscheidend. In anderen Ländern ist sie hingegen meist weniger präsent.

foto: danny lawson/pa via ap
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foto: bundesregierung/guido bergmann/handout via reuters
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