Leopold-Museum feuert Provenienzforscher

31. Mai 2016, 15:46
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Robert Holzbauer wurde nach 15 Jahren fristlos entlassen

Wien – Es gibt Personalentscheidungen, die man als Interna nicht in der Öffentlichkeit diskutiert wissen will. Aktuell etwa im Leopold Museum, das, wie der STANDARD in Erfahrung brachte, Robert Holzbauer nach 15 Jahren vor kurzem fristlos entließ.

Wenngleich sich die Bedeutung eines Provenienzforschers dort nicht in der organisatorischen Hierarchie spiegelt, so handelt es sich um eine Schlüsselfunktion. Denn sie deckt etwa Überprüfungen im Vorfeld von Ausstellungen ab, für welche die zur systematischen Erforschung des Bestandes vom Bund entsandten Kollegen nicht zuständig sind.

Schwerwiegende Gründe

Im Vergleich zu einer Kündigung müssen die Gründe für eine Fristlose schwerwiegend sein. Holzbauer möchte die Angelegenheit derzeit nicht kommentieren. Museumsdirektor Hans-Peter Wipplinger bestätigt die Entlassung auf Anfrage, will jedoch keine Angaben zu den Gründen machen. Nur so viel, es gebe eine Vorgeschichte.

Dem Vernehmen nach soll ein Kurzartikel im Profil (9.5.) Anlass gewesen sein, der über die Entdeckung der Grabstätte der Schiele-Muse Wally Neuzils im kroatischen Sinj durch eine Journalistin berichtete. Holzbauer hatte das Grab Mitte April im Zuge eines Privaturlaubes besichtigt und nun eine würdige Gestaltung vorgeschlagen. Mit den tatsächlichen Gründen für die Fristlose wird sich wohl das Arbeitsgericht beschäftigen müssen. (Olga Kronsteiner, 31.5.2016)

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