OECD-Index: In Österreich lebt es sich mittelgut

31. Mai 2016, 15:00
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Österreich rangiert beim neuen Better-Life-Index nur im Mittelfeld, schneidet aber in den Bereichen Sicherheit und Beschäftigung vergleichsweise gut ab

Paris/Berlin – Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ihren jährlichen Bericht über die lebenswertesten Länder der Welt veröffentlicht. Österreich liegt in diesem Vergleich der Lebenssituation in 38 Staaten auf Platz 15. Zum Vergleich: Im Jahr 2011 erreichte Österreich Platz 14, im Vorjahr sackten die Österreicher auf Platz 17 ab.

Für den Better-Life-Index (BLI) werden seit dem Jahr 2011 nicht nur die materiellen Lebensbedingungen wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) eines Landes herangezogen. Der Index wird mithilfe sozialer, ökologischer und ökonomischer Kategorien erstellt. Dafür zieht die OECD elf Lebensbereiche heran und bewertet diese. Es handelt sich dabei um Faktoren wie Wohnverhältnisse, Beschäftigung, Bildung, Zivilengagement, Lebenszufriedenheit, Work-Life-Balance, Einkommen, Gemeinsinn, Umwelt, Gesundheit und Sicherheit. Ein Land mit einer starken Wirtschaft muss also nicht zwangsläufig auch in den Dimensionen des BLI gut abschneiden. Gesund zu sein und eine gute Arbeit zu haben sind zwei der wichtigsten Kriterien, damit das eigene Leben als erfüllend wahrgenommen wird.

Österreicher zufriedener als der Durchschnitt

Was die Lebenszufriedenheit der Österreicher betrifft, so ist sie höher als die des durchschnittlichen OECD-Bürgers. Auf einer Skala von 0 bis 10 bewerten sie ihre Lebenszufriedenheit mit 7,1. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 6,5. Österreich schneidet vor allem in den Bereichen Sicherheit und Beschäftigung vergleichsweise gut ab. Über dem Durchschnitt liegen die Werte in den Themenbereichen Arbeit und Einkommen, subjektives Wohlbefinden, Sicherheit, soziale Beziehungen, Umwelt und Bildung.

Weniger gut sieht es in Sachen Wohnen aus. Die heimischen Haushalte geben durchschnittlich 21 Prozent ihres Bruttoeinkommens für ihre Wohnung aus. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 20,8 Prozent. Im Ranking reicht das nur für Platz 19. Mit rund 1,6 Zimmern pro Person steht den Österreichern auch weniger Wohnraum zur Verfügung als im OECD-Durchschnitt, der bei 1,8 Räumen je Person liegt.

Positive Einkommenssituation

Geld allein macht zwar nicht glücklich, trägt aber entscheidend zum Lebensstandard bei. Ein österreichischer Durchschnittshaushalt verfügt im Jahr über ein Pro-Kopf-Nettoeinkommen von 31.667 US-Dollar (28.453 Euro) und hebt sich damit positiv vom OECD-Durchschnitt ab (29.016 US-Dollar). Österreich liegt damit auf Platz sieben von 38. Allerdings ist das Geld ungleich verteilt: Das reichste Fünftel der Bevölkerung verdient etwa viermal so viel wie das ärmste. Das durchschnittliche Nettofinanzvermögen (ohne Grund- und Immobilienbesitz) der privaten Haushalte kommt auf geschätzte 55.623 US-Dollar pro Kopf, was weniger ist als der OECD-Durchschnitt von 84.547 US-Dollar.

Skandinavische Länder an der Spitze

Am höchsten ist die Lebenszufriedenheit generell in den skandinavischen Ländern, gefolgt von der Schweiz, Neuseeland, Kanada und Australien. Diesen Ländern ist gemein, dass sie in den Bereichen Beschäftigung, Qualität der Beschäftigung und Gesundheit die besten Ergebnisse erzielen. In Ländern mit der niedrigsten Lebenszufriedenheit liegen das Beschäftigungsniveau und meist auch die Lebenserwartung unter dem OECD-Durchschnitt. (red, 31.5.2016)

Hier geht es zum Better-Life-Index.

  • Am höchsten ist die Lebenszufriedenheit generell in den skandinavischen Ländern. Doch auch die Österreicher sind diesbezüglich recht zufrieden.
    foto: apa/fohringer

    Am höchsten ist die Lebenszufriedenheit generell in den skandinavischen Ländern. Doch auch die Österreicher sind diesbezüglich recht zufrieden.

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