Anzahl der Aufgriffe auf dem Brenner geht zurück

31. Mai 2016, 15:12
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"Grenzraumkontrollen" seien derzeit erfolgreich, sagt Tirols Landeschef, er bleibe jedoch wachsam

Sein "Aufschrei" wurde gehört, in Wien wie auch in Rom, verkündete der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) am Dienstag erleichtert. Denn die Anzahl an Flüchtlingen, die täglich über den Brenner nach Österreich kommen, sei "deutlich zurückgegangen", seit er vor nicht ganz zwei Wochen die Warnung ausgesprochen hatte, möglicherweise doch bald auf Kontrollen bestehen zu müssen.

Die Lage auf dem Brenner ist unübersichtlich: Seit Monaten wird in Österreich über Grenzkontrollen auf dem Pass gesprochen, vor einigen Wochen begann die Polizei mit "baulichen Maßnahmen". Mitte Mai erklärte Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP), dass es vorerst keine Kontrollen geben soll. Kurz darauf protestierte Platter wegen der zunehmenden Anzahl an Ankömmlingen. Und jetzt? Vorerst ist wieder alles in Ordnung, sagt Tirols Landeschef.

Achtzig Beamte im Einsatz

Vor zwei Wochen seien noch "rund fünfzig illegal Eingereiste" täglich von der Tiroler Polizei aufgegriffen worden, derzeit würden nun nur zwischen acht und zwölf Flüchtlinge über den Brenner nach Tirol kommen. Platter bleibe jedoch skeptisch: "Ich werde ganz genau schauen, was sich tut."

Kontrolliert werde jedenfalls bereits im Rahmen einer "Grenzraumkontrolle". Rund achtzig Tiroler Beamte stünden hierfür aktuell im Einsatz – inzwischen auch in den Regionalzügen. Ein weiteres Mal appellierte Platter auch an die Europäische Union: "Das Massensterben im Mittelmeer hört nebenbei nicht auf. Die EU ist massiv in die Verantwortung zu nehmen." (Katharina Mittelstaedt, 31.5.2016)

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