Niederösterreich: Zollfahnder beschlagnahmten 50 wertvolle Papageien

31. Mai 2016, 17:07
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Geschützte Vögel werden pro Exemplar mit bis zu 50.000 Euro gehandelt, den Beschuldigten drohen Haftstrafen

St. Pölten – Je seltener, desto wertvoller – dieser Grundsatz gilt auch im illegalen Tierhandel. Die Zollfahndung Niederösterreich hat in in einer umgebauten Lagerhalle im Weinviertel 50 seltene Papageien beschlagnahmt, die einzeln jeweils mit Preisen zwischen 10.000 und 50.000 Euro gehandelt werden. Mehrere Personen wurden angezeigt, die genaue Zahl wollte Roland Engel vom Zollamt St. Pölten / Krems / Wiener Neustadt aus ermittlungstaktischen Gründen am Dienstag nicht nennen. Es dürfte sich um eine "Interessengemeinschaft" mit europaweiten Verbindungen handeln, die Spur der Vögel reicht jedenfalls über Portugal nach Brasilien.

"Unter den beschlagnahmten Tieren befanden sich auch Lear Aras. Diese äußerst seltene Papageienart hat ihren natürlichen Lebensraum nur in einem sehr begrenzten Gebiet in Brasilien. Die Population in freier Wildnis liegt unter 1.000 Exemplaren", erklärt Engel im Gespräch mit dem STANDARD.

Eier aus Brasilien in Portugal ausgebrütet

Der Modus Operandi zeigt, wie professionell der illegale Handel organisiert ist: Zuerst seien die Eier der nach dem Washingtoner Abkommen international geschützten Papageien von Brasilien nach Portugal geschmuggelt und die Tiere dort nach dem Schlüpfen aufgezogen worden. Währenddessen sollen die Täter alte Genehmigungen bereits verendeter Vögel samt Ringen und Datenchips besorgt haben. Mit diesen "Identitäten" wurden die Behörden dann offenbar bei diversen Stichproben jahrelang ausgetrickst.

Die Papageien befinden sich laut Engel derzeit in artgerechter Haltung. Sollte am Ende des Verfahrens der Verfall der Vögel ausgesprochen werden, habe das Umweltministerium über ihren weiteren Verbleib zu entscheiden. Den Verdächtigen, die alle Vorwürfe zurückweisen, drohen Haftstrafen. (simo, 31.5.2016)

  • Unter den 50 beschlagnahmten Papageien befanden sich auch diese strenggeschützten Tiere, von denen es laut Zollfahndung in freier Wildbahn in Brasilien nur mehr 1.000 Exemplare gibt.
    foto: zollamt nö

    Unter den 50 beschlagnahmten Papageien befanden sich auch diese strenggeschützten Tiere, von denen es laut Zollfahndung in freier Wildbahn in Brasilien nur mehr 1.000 Exemplare gibt.

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