Do & Co will ohne ÖBB weiterwachsen

31. Mai 2016, 12:12
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Das Ergebnis beim Cateringkonzern ging wegen eines Sondereffekts im Jahr davor zurück, um das ÖBB-Catering will man sich nicht mehr bewerben

Wien – Der Caterer Do & Co will sich mit seinem Unternehmen Henry am Zug nicht mehr an einer Neuausschreibung bei der ÖBB bewerben. Allerdings soll der Vertrag, der seitens Do & Co, wie berichtet, gekündigt wurde, so lange aufrecht bleiben, bis ein neuer Caterer gefunden ist.

Man habe mit den geltenden Rahmenbedingungen schwer umgehen können, "wir haben alle Ziele erfüllt und bis auf ein Jahr kein Geld verdient", sagte Do-&-Co-Gründer und -Chef Attila Dogudan.

Das Hauptproblem sei gewesen, dass die Gewerkschaft knapp nach dem Zuschlag für das ÖBB-Catering den Kollektivvertrag gekündigt und mit der Kammer bis dato keinen neuen zustande gebracht hat. Dazu kämen Ungereimtheiten, welche Gewerkschaft – Schiene oder Gastro – zuständig sei.

Man habe das Entlohnungssystem der Zugbegleiter vor vier Jahren so übernommen, wie es war. Stein des Anstoßes waren die ungarischen Zugbegleiter, die nach dem ungarischen Kollektivvertrag bezahlt wurden. Das war der Gewerkschaft ein Dorn im Auge. Beim Einstieg von Henry am Zug waren es 100 ungarische Mitarbeiter, mittlerweile gebe es keinen mehr. "Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass wir hier nichts gewinnen können", so das Resümee Dogudans.

Hotel am Bosporus im Finale

Im Fertigwerden sei das seit langem geplante Hotel am Bosporus. Ebenso die Mitarbeiterakademie in der Akademiestraße im ersten Wiener Gemeindebezirk, wo künftig alle Mitarbeiter des Konzerns geschult werden. Dogudan will nach der Europameisterschaft in Paris das 30. Gourmetrestaurant eröffnen. Sein Unternehmen soll durch die Eröffnung von zwei bis vier Küchen pro Jahr organisch wachsen, außerdem sei man für Zukäufe gerüstet. Mit der Zeit könnte Henry "zur wichtigsten Division werden".

Wichtig sei ihm die Mischung aus Airline-Catering, Retail und Kaffeehäusern. Im Flieger müssten die Kunden essen, was ihnen von der Airline vorgesetzt wird, aber die eigenen Lokale würden "von Menschen frequentiert, die freiwillig zahlen". Außerdem könne man so Ausfälle kompensieren, wenn die Menschen weniger fliegen. Bei Investitionen von 300.000 bis 500.000 Euro pro Shop könne man "mit dem Geld, das wir haben, relativ viel anstellen". Do & Co sei sehr flexibel, weil zwei Drittel der Kosten variabel seien.

Do & Co betreut auch die VIP-Gäste bei der Fußballeuropameisterschaft vom 10. Juni bis 10. Juli in Frankreich. In zehn Stadien und bei 51 Spielen werden mehr als 100.000 VIPs als Gäste erwartet. (cr, 31.5.2016)

  • Do-&-Co-Chef Attila Dogudan beschwert sich über den schlechten Ruf von Henry am Zug.
    foto: apa/schneider

    Do-&-Co-Chef Attila Dogudan beschwert sich über den schlechten Ruf von Henry am Zug.

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