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Spielregeln für das neue Arbeiten

11. Juni 2016, 00:00

»Das neue Arbeiten fühlen und spüren« – das empfiehlt Prof.(FH) DI Dipl.-Wirtsch.- Ing. Michael Bartz im Gespräch über neue Work-Konzepte.

Michael Bartz stößt bei der "New World of Work"-Feldforschung in Unternehmen sehr oft auf die gleiche Frage: "Wie können wir für unsere Firma herausfinden, wie die neue Welt des Arbeitens bei uns aussehen soll?" Die Antwort ist: Es selbst in überschaubarer und risikoarmer Weise ausprobieren. Denn erst dann bekommt man ein Gespür für die erfolgskritischen Punkte und kann authentisch Aussagen darüber treffen, wie sich das neue Arbeiten anfühlt.

Herr Bartz, der Home-Office-Arbeitsplatz scheint sich zu einem neuen und besonders beliebten Trend zu entwickeln. Warum ist das so?

Die IMC FH Krems und HMP-Consulting machen seit mittlerweile fünf Jahren jährlich eine Umfrage zur "New World of Work". Dabei stellen wir immer die Frage, wer für die TeilnehmerInnen als nächster Arbeitgeber interessant wäre. Es hat sich herausgestellt, dass es ein wichtiges Kriterium ist, ob der künftige Arbeitgeber flexibles Arbeiten anbietet oder nicht. Und das stimmt überein mit den Ergebnissen, die kununu in den Detailauswertungen zum aktuellen Ranking herausgefunden hat: Für die Mehrheit der ArbeitnehmerInnen steht flexibles Arbeiten an erster Stelle.

Stehen flexiblere Arbeitszeiten und neue Arbeitsmodelle nicht in Konkurrenz zu den geltenden gesetzlichen Regelungen in Österreich?

Ja. Allerdings haben wir vorher sicherlich noch eine ganz andere Aufgabe zu erledigen: All-in-Verträge bergen riesigen sozialen Sprengstoff in sich. Wenn man hier nicht auf die Arbeitszeiten achtet, dann führt das direkt in die Selbstausbeutung. Aus meiner Sicht sollten wir zuerst alle All-in-Verträge abschaffen und auf moderne Arbeitszeitmodelle setzen: Lebensarbeitszeitkonten oder Zweitwertkonten. Ähnliches existiert bereits in einigen EU-Ländern. Da kann man zwischen Firmen wechseln und alle über das gesamte Leben verteilten Arbeitszeiten werden aufgezeichnet, gesammelt und müssen nicht innerhalb eines Monats oder zumindest im gleichen Jahr konsumiert werden. Man kann sich entscheiden, ob man seine Überstunden ausbezahlt bekommen möchte, vielleicht ein Jahr Pause einlegen oder auch sein Zeitguthaben in eine andere Firma mitnehmen möchte.

Es gibt Unternehmen, die mit saisonalen Auftragsschwankungen konfrontiert sind. Wäre es denkbar, die MitarbeiterInnen so einzuteilen, dass sie in ruhigen Phasen weniger arbeiten und in arbeitsintensiven Zeiten einfach öfter und länger arbeiten?

Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie diese Zeitwertkonten funktionieren können. Einige Branchen und auch die Industrie lösen die saisonalen Schwankungen bereits mit einem Betriebsurlaub im Sommer. Würde man das darüber hinaus mit Zeitwertkonten kombinieren, könnten Unternehmen das Problem der verbliebenen Urlaubstage und der damit erforderlichen Rückstellungen zum Jahresende und andererseits Herausforderungen, die durch saisonale Spitzen im Betrieb entstehen, wesentlich entspannter und smarter lösen.

Welche neuen Spielregeln braucht es zusammengefasst für die Arbeit in der Zukunft?

Es geht darum, wie man miteinander kommuniziert, und auch darum, wie man alles koordiniert. Es braucht Regeln für die Zusammenarbeit und festgelegte Kommunikationskanäle, über die alles abgewickelt wird. Und es geht auch um die Frage, wie Führung auf Distanz funktionieren kann. Das sind die Grundfragen, welche die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben. Gibt es keine Spielregeln, dann gibt es unausgesprochene Erwartungen und es entsteht Stress. Das wäre dann vergleichbar mit einem "Mensch ärgere dich nicht"-Spiel, das ohne Spielregeln gespielt werden soll. Und das funktioniert natürlich nicht. Die wichtigsten Inhalte der Spielregeln sollten deshalb Vereinbarungen zu den Bereichen Kommunikation, Zusammenarbeit, Führung und Koordination sein.

»Es geht darum, wie man miteinander kommuniziert, und auch darum, wie man alles koordiniert.«
Prof. Michael Bartz

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  • Prof. Michael Bartz 
lehrt und forscht an der IMC FH Krems. Seine Schwerpunkte sind die Themen New World of Work und Next Generation Enterprise. In diesem Bereich erforscht Bartz speziell die Optimierung von Spielregeln für mobil-flexibles Arbeiten und ist bekannt für die Erfolgsmessung betrieblicher New-World-of-Work-Veränderungsprozesse.
Mehr zu New World of Work
    foto: imc fh krems

    Prof. Michael Bartz

    lehrt und forscht an der IMC FH Krems. Seine Schwerpunkte sind die Themen New World of Work und Next Generation Enterprise. In diesem Bereich erforscht Bartz speziell die Optimierung von Spielregeln für mobil-flexibles Arbeiten und ist bekannt für die Erfolgsmessung betrieblicher New-World-of-Work-Veränderungsprozesse.

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