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Ein wichtiger Schritt in Sachen Gleichstellung: Das neue Kindergeldkonto

11. Juni 2016, 00:00

Die Arbeitsteilung zwischen den Eltern passiert in der Regel gleich nach der Geburt eines Kindes. Das neue Gesetz erleichtert die Vereinbarkeit von Familie und Job.

Viel wurde kurz nach dem Bekanntwerden der Einigung zwischen Familienministerium und Frauenministerium in den Medien über das neue Kindergeldkonto und den Familienzeitbonus berichtet. Ab 1. März 2017 soll das neue Gesetz nun gelten. Zwei Expertinnen aus der Abteilung Frauen und Familie in der Arbeiterkammer Wien erklären im Gespräch, warum Österreich damit einen wichtigen Schritt in Sachen Gleichstellung macht.

Wie war der Kindergeldbezug bisher geregelt und welche Änderungen gelten ab März 2017?

Ingrid Moritz: Das Kinderbetreuungsgeld, das im Anschluss an den Wochengeldbezug gebührt, kommt gänzlich aus dem Familienlastenausgleichsfonds. Bisher konnte man zwischen vier Modellen für das Kinderbetreuungsgeld sowie einem einkommensabhängigen Modell wählen. Letzteres bleibt bestehen, die vier unterschiedlichen Modelle fallen zugunsten des neuen Kinderbetreuungskontos weg. Die große Neuerung – und damit auch der große Vorteil – ist, dass die pauschalen Varianten des Kindergeldes künftig in einem flexiblen Konto verschmelzen: Eltern erhalten eine einheitlichere Gesamtsumme (bis zu 16.449 Euro), können aber die Bezugsdauer zwischen 12 und 28 Monaten für eine Person oder zwischen 15 und 35 Monaten für beide Eltern wählen. Je nachdem, wann man wieder in den Job zurückkehren möchte, wird ein Tagessatz berechnet, der dann eben höher oder niedriger ausfällt.

Wenn das Kinderbetreuungsgeld annähernd gleich (die Teilung muss mindestens 40:60 sein) aufgeteilt wird, dann bekommt jeder Elternteil einen Bonus von 500 Euro dazu.

Wie reagieren Unternehmen, wenn Väter sich an der Kinderbetreuung beteiligen möchten?

Gerlinde Hauer: Studien zeigen, dass das sehr von der Unternehmenskultur abhängig ist. Einige Unternehmen fördern sogar die Väterkarenz. Wenn ein Betrieb signalisiert, dass kein Nachteil damit verbunden ist, dann gehen Väter eher in Karenz. Unser Wiedereinstiegs-Monitoring belegt zudem, dass es mittlerweile auch finanziell kein Nachteil mehr ist, als Vater in Karenz zu gehen. Bei Frauen ist das noch anders, weil sie oft als Teilzeitbeschäftigte zurückkehren. Wichtig wäre es, die Förderung der Väterkarenz strukturell in Unternehmen zu verankern, beispielsweise hat das abz austria mit dem Karenzmanagement-Angebot dazu ein eigenes Tool zur Unterstützung entwickelt.

Ein heißes Thema bei den Verhandlungen zwischen den Ministerien und den Sozialpartnern dürfte der Papamonat gewesen sein. Warum?

Ingrid Moritz: Die Arbeitsteilung passiert in der Regel gleich nach der Geburt eines Kindes. Die Frauen sind weg vom Arbeitsplatz und die Männer machen Überstunden. Mit dem Familienzeitbonus (kann zwischen 28 und 31 Tagen innerhalb von 91 Tagen nach der Geburt konsumiert werden) können sich jetzt auch Männer gleich von Beginn an intensiv an der Betreuung und Erziehung eines Kindes beteiligen. Die Verhandlungen darüber waren nicht ganz einfach, wie man in der Öffentlichkeit sicherlich bemerkt hat. Ich denke aber, dass das Ergebnis der Verhandlungen ein wichtiger Meilenstein hin zur Gleichstellung von Mann und Frau in der ersten Zeit nach der Geburt ist – auch wenn Väter jetzt nach dem Papamonat leider keinen absoluten Kündigungsschutz haben. Väter können allerdings eine Kündigung nach dem Gleichbehandlungsgesetz anfechten.

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  • Mag. Ingrid Moritz (Leiterin) und Gerlinde Hauer sind in der Arbeiterkammer Wien für den Bereich Frauen und Familie zuständig. Sie haben am Gesetzesentwurf für das neue Kindergeldkonto mitgearbeitet.
    fotocredit: erwin schuh (li.), lisi specht (re.)

    Mag. Ingrid Moritz (Leiterin) und Gerlinde Hauer sind in der Arbeiterkammer Wien für den Bereich Frauen und Familie zuständig. Sie haben am Gesetzesentwurf für das neue Kindergeldkonto mitgearbeitet.

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