Gaming und VR: Intel stellt Core-i7-Extreme-Prozessor mit 10 Kernen vor

31. Mai 2016, 11:17
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Auch neue Xeon-CPU mit Fokus auf Grafik und Video – Chipriese rüstet sich für 5G und IoT

"Das Internet der Dinge wird die Weise, wie wir arbeiten und leben, komplett verändern". Und: An der virtuellen Realität führt kein Weg vorbei. Das sind die Devisen, die der US-Chipriese Intel auf der Computex 2016 in Taipeh ausgegeben hat.

Zwei Erkenntnisse, die große Implikationen nach sich ziehen und auch neue Produkte erfordern. Mehrere davon stellte man auch vor. Sie sollen den neuen Anforderungen in der Arbeits- und Consumerwelt entsprechen.

Core i7 Extreme

Neben der nächsten Generation von Systems-on-a-Chips für den Budgetmarkt, laufend unter dem Codenamen "Apollo Lake", wird das Endverbrauchersortiment auch am anderen Ende erweitert. Die Core i-Reihe erhält Zuwachs in Form der aufgefrischten Core i7-Extreme-CPUs auf Basis der neuen "Broadwell-E"-Architektur. Es handelt sich um Intels erste Desktop-Prozessoren, die mit bis zu zehn Kernen und 20 Threads arbeiten können.

Das "Einstiegsmodell" ist der i7-6800K mit einem Basistakt von 3,4 GHz, sechs Kernen, zwölf Threads und 15 MB Cache. Die Spitzenvariante 6950X taktet mit 3,0 GHz zwar niedriger, liefert aber zehn Kerne, 20 Threads, 25 MB Cache und 40 statt 28 PCI-E-Lanes (3.0). Allen neuen i7-CPUs ist gemein, dass sie DDR4-Arbeitsspeicher unterstützen, den 2011-v3-Sockel nutzen und mit einer maximalen Leistungsaufnahme von 140 Watt operieren.

foto: intel

Für Spieler und Kreative

Zielpublikum sind einerseits Spieler, die sich ohne Einschränkungen in virtuelle Welten stürzen wollen. Ihnen soll die neue Hardware als Grundlage nutzen, um zumindest in den nächsten paar Jahren Systeme wie die Oculus Rift oder HTC Vive gut ausreizen zu können. Die Prozessoren sind außerdem übertaktungsfreundlich und kommen auch bei einem Overclocking-Contest auf der Computex zum Einsatz, den man gemeinsam mit HWBot veranstaltet.

Doch nicht nur Gaming-Enthusiasten sollen von den neuen Prozessoren angelockt werden. Auch Kreative, die ihre Ideen für neue Medienformen wie Augmented und Virtual Reality umsetzen möchten, hat Intel im Visier. Ihnen könnten die neuen Mainstream-Prozessoren eine Alternative zu wesentlich teureren Workstations bieten. Als Testimonial fungierte Peter Martin von den Valis Studios. Er möchte den ersten fotorealistischen VR-Superstar kreieren und sieht Virtual Reality als "die beste Weise, mitreißende Geschichten zu erzählen". Die neuen Prozessoren rangieren preislich zum Start zwischen 412 und 1.569 Dollar

Neuer Xeon soll steigenden Streaming-Bedarf bewältigen

Aber auch im Bereich der Profi-CPUs legt Intel nach – mit der Xeon E3 v5-Familie. Sie richten sich vorwiegend an Unternehmen, die ihre Netzwerkinfrastruktur aufwerten wollen. Mit dem Schritt zur "Skylake"-Architektur und aufgewerteten "Iris Pro"-Grafikchips sollen sie vor allem für Entlastung beim Videostreaming sorgen. Laut Intel besteht 72 Prozent des täglichen Internet-Datenverkehrs mittlerweile aus Videoinhalten.

In vier Jahren, so die Prognose, sind es bereits 80 Prozent. Höhere Auflösungen und Neuerungen wie 360-Grad-Videos drücken den Datenkonsum nach oben. Was die Zukunft bringt, teaserte man mit einer 360-Grad-Liveübertragung aus einem New Yorker Jazzclub an, realisiert von dessen stellvertretendem Chef Jordy Freed und dessen Unternehmen Rivet VR, das nun seine eigene App verfügbar gemacht hat.

foto: derstandard.at/pichler

Neue Speicher

Auch im Bereich Big Data will man mit den neuen Xeons punkten. Für diesen Bereich sei die Zeit nun reif, da sich die Cloud etabliert habe und gleichzeitig Kosten für Server und Speicher in den letzten Jahren deutlich gesunken sind. Der Umgang mit großen Datenmengen ist zudem unerlässlich, wenn es etwas um die Verbesserung des Maschinenlernens geht.

Den neuen Prozessoren soll auch besserer Speicher beigestellt werden. Hier liefert Intel SSDs des Typs "Optane", die auf dreidimensionalen "X-Point"-Aufbau setzen. In einem Test beschleunigten sie durch ihre erhöhte Responsivität die Berechnung einer komplizierten 3D-Szene um den Faktor 3,7.

foto: derstandard.at/pichler

Außerdem will sich Intel auf das Zukunftsthema 5G stürzen. Höhere Datenmengen erfordern höhere Bandbreiten, die die nächste Generation der Telekommunikation liefern soll. Der Konzern möchte sich hier zum Vorreiter und Branchenführer machen, hielt sich mit konkreten Plänen aber noch bedeckt.

Klar ist nur, dass man für die Entwicklung und Fertigung neuer Hardware, etwa für Rechenzentren, stark mit dem taiwanischen Spezialisten Foxconn kooperieren wird. Für die eigenen Lösungen will man zudem offene Standards entwickeln. (Georg Pichler aus Taipeh, 31.5.2016)

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Reisekosten und die Unterbringung zur Computex werden vom Taiwan Trade Office übernommen.

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