Kreditvergabe an Firmen im Euroraum legt weiter zu

31. Mai 2016, 11:02
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Stärkster Anstieg seit 2011

Frankfurt – Banken in der Eurozone reichen im Zuge der Geldschwemme der Europäischen Zentralbank (EZB) mehr Kredite an Firmen aus. Im April vergaben die Institute 1,2 Prozent mehr Darlehen an nicht zur Finanzbranche zählende Firmen als vor Jahresfrist, teilte die Euro-Notenbank am Dienstag in Frankfurt mit. Das ist der stärkste Anstieg seit November 2011.

Im März hatten sie noch 1,1 Prozent mehr Kredite an Unternehmen ausgehändigt. Private Haushalte im Währungsraum erhielten von den Banken im April 1,5 Prozent mehr Darlehen als ein Jahr zuvor.

Die Euro-Wächter kaufen seit mehr als einem Jahr Staatsanleihen der Euro-Länder in großem Umfang. Das monatliche Volumen der gesamten Wertpapierkäufe wurde erst kürzlich auf 80 Mrd. Euro von zuvor 60 Mrd. Euro erhöht. EZB-Präsident Mario Draghi und seine Notenbank-Kollegen wollen mit dem in Deutschland umstrittenen Programm die Anleihe-Renditen drücken. Die Titel sollen für Banken als Investment weniger attraktiv werden. Stattdessen sollen die Institute mehr Kredite an Firmen und Haushalte ausreichen. Denn das hilft der Konjunktur und sorgt auch dafür, das die aus EZB-Sicht unerwünscht niedrige Inflation wieder ansteigt.

Die für die Eurozone wichtige Geldmenge M3 erhöhte sich im April um 4,6 Prozent. Experten hatten allerdings mit einem stärkeren Plus von 5,0 Prozent gerechnet. Die Geldmenge M3 umfasst unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten, kurzfristige Geldmarktpapiere sowie Schuldverschreibungen mit bis zu zwei Jahren Laufzeit. (APA, 31.5.2016)

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