Promotion - entgeltliche Einschaltung

Das Gehalt ist nicht entscheidend, wenn es um den Traumjob geht

11. Juni 2016, 00:00

Das Thema Geld ist immer ein heikler Punkt beim Jobwechsel. Es wäre ein Fehler, einen Wechsel nur am Geld aufzuhängen. Das Gesamtpaket zählt.

Die Gehaltsverhandlung ist eine Gratwanderung. Einerseits möchte man seine Stellung bei der Chefin oder beim Chef nicht durch vermeintlich unangebrachte Forderungen schwächen. Andererseits will man sich aber auch nicht unter Wert verkaufen. Und dann gibt es noch jene, denen ihr Gehalt nicht so wichtig scheint. Charlotte Eblinger, Geschäftsführerin von Eblinger & Partner, erklärt im Gespräch, wie unterschiedlich Menschen motivierbar sind.

Frau Eblinger, was ist Ihrer Erfahrung nach als HR-Consultant und Personalberaterin wichtiger – ein höheres Gehalt oder ein Job, in dem man sich verwirklichen kann?

Das Gehalt ist ein "Hygienefaktor". Das bedeutet, es motiviert, und zwar wirklich. Irgendwann hat man sich daran gewöhnt und die gleiche Summe motiviert nicht mehr so stark, dann braucht es die nächste Gehaltserhöhung und schon motiviert das Gehalt wieder.

Es gibt unterschiedliche Motive sich für einen Job zu entscheiden. Für die einen spielen ein Fixgehalt und Prämien eine ganz wichtige Rolle, für andere zählt beispielsweise die Möglichkeit zur Weiterbildung. Im Normierungsdurchschnitt liegen Geld und Weiterbildung gleich auf. Eine pauschale Aussage dazu kann man nicht treffen, weil es eben auch sehr viele Menschen gibt, die durch Harmonie im Team oder mit der Aussicht auf Entwicklungsmöglichkeiten motivierbar sind.

Was sind die zwei wichtigsten Motive, die Sie in Persönlichkeitsanalysen feststellen?

Ein Faktor ist selbstverständlich das Gehalt. Geld muss sein, weil alle ihre Miete, Essen, Versicherungen etc. zahlen müssen. Es gibt aber auch jene, die eben kein großes Auto brauchen oder die Villa im Grünen. Sie sind zufrieden, wenn sie sich vielleicht zwischendurch einen Urlaub leisten können. Für diese Gruppe zählt die Herausforderung im Job einfach mehr.

Das bedeutet demnach, dass diesen Menschen ein Job, in dem sie sich verwirklichen können, tatsächlich wichtiger ist als das Gehalt?

In der Realität ist es so, dass sich wenige im Job verwirklichen, sondern einfach arbeiten. Und ich denke, dass etwa nur die Hälfte ihren Job "geil" findet. Denn in jedem Bereich gibt es immer wieder auch Aufgaben, die einfach nicht so angenehm zu erledigen sind wie andere. Vor allem dann, wenn sie ein anderer für uns definiert hat. Nur wenige können sich den Luxus leisten, genau das zu machen, was sie tun wollen.

"Verwirklichen" hat aus Ihrer Sicht also zwei ganz unterschiedliche Dimensionen?

Ja. Die eine Dimension ist: Ich arbeite und mache das, was ich wirklich liebe. Und die andere Dimension ist das, was ich "Work-Life-Balance" nennen möchte: Ich arbeite eine gewisse Zeit und habe dazu auch noch Freizeit übrig, um etwas anderes zu tun. Sich zu verwirklichen hat nicht ausschließlich etwas mit dem Job zu tun. Es geht auch darum, sich in seinem Leben zu verwirklichen.

Wir alle verwechseln sehr gerne Geld mit Wertschätzung. Einigen würde es vielleicht reichen, wenn sie täglich ein Lob bekommen oder beispielsweise auch öffentliche Anerkennung. Aber jenen, die mit Geld motivierbar sind, wird ein Lob niemals so viel bedeuten wie eben das Gehalt. Wir sind alle unterschiedlich gestrickt.

Das bedeutet letztlich, das Gehalt ist nicht alles – außer bei ökonomisch gesteuerten Menschen?

Ich denke, es geht am Ende immer ums Gesamtpaket. Und das ist bei jedem Menschen anders geschnürt. Für den einen sind im Paket 50 Prozent Geld, 20 Prozent "Karrierechancen, 10 Prozent "Was kann ich hier lernen?", 20 Prozent "Werde ich hier gelobt und wertgeschätzt?". Und für andere sind 50 Prozent reserviert für die Frage, ob und wie man als Mensch wahrgenommen wird, ob man gut behandelt wird, ob es einen Guten-Morgen-Gruß gibt.

kununu news: equal pay

Gehaltsvergleich anstellen

  • Mag. Charlotte Eblinger
(42) ist Executive Coach und leitet die Personal- und Managementberatung Eblinger & Partner.
    foto: eblinger & partner

    Mag. Charlotte Eblinger

    (42) ist Executive Coach und leitet die Personal- und Managementberatung Eblinger & Partner.

  • Die Maslowsche Bedürfnispyramide ist eine sozialpsychologische Theorie des US-amerikanischen Psychologen Abraham Maslow (1908-1970). Sie beschreibt menschliche Bedürfnisse und Motivationen (in einer hierarchischen Struktur) und versucht diese zu erklären.

    Die Maslowsche Bedürfnispyramide ist eine sozialpsychologische Theorie des US-amerikanischen Psychologen Abraham Maslow (1908-1970). Sie beschreibt menschliche Bedürfnisse und Motivationen (in einer hierarchischen Struktur) und versucht diese zu erklären.

  • Artikelbild
Share if you care.