Taliban töteten 13 Reisende und nahmen Geiseln

31. Mai 2016, 10:34
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35 Menschen seien noch in Händen der Islamisten

Kunduz – Die radikalislamischen Taliban haben in der umkämpften afghanischen Nordprovinz Kunduz 13 Reisende getötet und mehr als 180 als Geiseln genommen. Das sagte der Sprecher des Gouverneurspalastes, Hamdullah Danish, am Dienstag. Rund 150 Geiseln seien aber schon wieder freigelassen worden. 35 seien noch in Händen der Islamisten.

Polizeisprecher Hijratullah Akbari sprach von 20 Menschen, die noch im von Taliban regierten Bezirk Tshardara festgehalten würden. Die Taliban hätten die Fahrzeuge am frühen Morgen gegen 3.30 Uhr (Ortszeit) auf der Autobahn zwischen Kunduz und Kabul gestoppt. Sie seien auf dem Weg in die Provinzen Kunduz, Tachar und Badachshan gewesen. Es seien nur Zivilisten an Bord gewesen.

"Razzien"

Die Aufständischen stoppen seit Monaten regelmäßig Fahrzeuge in vielen Provinzen des Landes. Sie versuchen, Mitglieder der Regierung oder der Sicherheitskräfte sowie Mitarbeiter internationaler Organisationen zu identifizieren. Die werden dann bedroht, entführt oder getötet. Die Razzien gelten als Maßnahme zur Einschüchterung und Demotivierung der Regierung und von Menschen, die für die "internationalen Eindringlinge" oder "Besatzer" arbeiten.

Busfahrer bitten Passagiere vor der Reise mittlerweile regelmäßig, ihre Taschen auf Dinge zu überprüfen, die ihnen bei Taliban-Razzien zum Verhängnis werden könnten. Dazu zählen Uniformteile, Arbeitsausweise oder Geräte mit "unislamischer" Musik. (APA, 31.5.2016)

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