Formfindung in Gegners Land

1. Juni 2016, 12:45
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Ungarn erwartet die ÖFB-Elf in ihrem ersten Gruppenspiel bei der Endrunde, ihre Vorbereitung absolvieren die Magyaren in Österreich. Trainer Storck sieht sein Team in der Außenseiterrolle

Leogang – Ungarns Nationalteam bereitet sich im Land des ersten EM-Gegners, auf die Fußball-Europameisterschaft vor, welcher auf den Namen Österreich hört. Das Team des deutschen Trainers Bernd Storck legt großen Wert auf Abgeschiedenheit, die Bergwelt des Salzburger Pinzgaus bietet diese. man residiert in Leogang.

"Eine Woche ist jetzt vergangen, wir haben tolle Bedingungen gehabt und im technisch-taktischen Bereich gut gearbeitet. Wir haben es bis jetzt nicht bereut, dass wir hergekommen sind", sagte Storck bei der einzigen Pressekonferenz. Am Dienstag gibt der Ex-Bundesliga-Profi seinen endgültigen 23-Mann-Kader bekannt. Sechs Spieler müssen das Camp dann verlassen.

Der finale Test steigt am Samstag in Gelsenkirchen gegen Deutschland. "Wir freuen uns auf das Spiel, da werden wir sehen, wo wir stehen", meinte Storck. Nach zwei freien Tagen in Ungarn geht es für das Team dann am kommenden Dienstag ins EM-Quartier in der Nähe von Nizza.

Favorit Österreich

Mit dem Match gegen Österreich am 14. Juni in Bordeaux beschäftige er sich derzeit nur am Rande, so Storck. Die Rollen sieht er dennoch klar verteilt: "Die Topfavoriten in unserer Gruppe sind Portugal und Österreich. Österreich hat eine hervorragende Mannschaft, die sich unglaublich weiterentwickelt hat. Sie haben nun vier internationale Meister mit, allein daran sieht man die Klasse, die sie haben."

Auf ein konkretes Ziel bei der ersten Endrunden-Teilnahme Ungarns nach 44 Jahren legt sich der 53-Jährige nicht fest, man wolle soviele Punkte wie möglich sammeln. Mittelfeldspieler Adam Pinter wurde immerhin etwas konkreter. "Wir werden von Spiel zu Spiel schauen und in jedem Spiel das beste herausholen. Ich hoffe, wir haben die Chance, die Gruppenphase zu überstehen", sagte der Profi von Ferencvaros Budapest.

Ob er Teil des finalen Aufgebots sein wird, wusste Pinter am Montag noch nicht. Zufrieden ist der defensive Mittelfeldspieler dennoch. "Egal was passiert, ich werde glücklich sein. Denn, wenn ich nicht zur EM mitfahre, hatte ich zumindest die Gelegenheit, meinen Teamkollegen in der Vorbereitung zu helfen."

Spezialbehandlung für Nicht-Legionäre

Pinter ist wie alle Spieler aus der ungarischen Liga schon lange kaserniert. Am 13. Mai startete das erste Teamcamp in Bad Kleinkirchheim. "Ich persönlich bin im Moment sehr müde, aber der Teamgeist ist sehr gut", meinte Pinter. Die lange Vorbereitung ist speziell auf die Spieler aus der heimischen Meisterschaft abgestimmt.

"Ich wollte Defizite aufarbeiten und auch diese Spieler auf den gleichen physischen Stand bringen, den die anderen aus den großen internationalen Ligen gewöhnt sind", erklärte Storck. "Wenn ich sehe wie viele Spiele auf internationalem Niveau die Österreicher gemacht haben und wie viele wir, dann haben wir da Nachholbedarf."

Die ungarischen Legionäre stießen erst in Leogang zur Gruppe, das dortige Trainingslager kam auf Vermittlung des deutschen U21-Trainers Horst Hrubesch zustande. Für Storck steht am Dienstagabend etwas Abwechslung auf dem Programm, er wird Österreich in Klagenfurt gegen Malta persönlich auf die Beine schauen. (APA, red, 30.5. 2016)

Ungarns 23-Mann-Kader für die Fußball-EM in Frankreich:

Tor: Gabor Kiraly (Haladas Szombathely), Denes Dibusz (Ferencvaros), Peter Gulacsi (RB Leipzig/GER)

Abwehr: Attila Fiola (Puskas Akademia FC), Barnabas Bese (MTK Budapest), Richard Guzmics (Wisla Krakau/POL), Roland Juhasz, Adam Lang (beide Videoton FC), Tamas Kadar (Lech Posen/POL), Mihaly Korhut (Debreceni SC)

Mittelfeld: Adam Pinter, Zoltan Gera, Adam Nagy (alle Ferencvaros), Gergö Lovrencsics (Lech Posen/POL), Akos Elek (Diosgyöri VTK), Laszlo Kleinheisler (Werder Bremen/GER), Zoltan Stieber (1. FC Nürnberg/GER)

Angriff: Balazs Dzsudzsak (Bursaspor/TUR), Adam Szalai (Hannover 96/GER), Krisztian Nemeth (Al-Gharafa/QAT), Nemanja Nikolics (Legia Warschau/POL), Tamas Priskin (Slovan Bratislava/SVK), Daniel Böde (Ferencvaros)

  • Balkonien ist auch nicht mehr das, was es einmal war: kurbelnde Magyaren in Leogang.
    foto: apa/expa/groder

    Balkonien ist auch nicht mehr das, was es einmal war: kurbelnde Magyaren in Leogang.

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