Bank Austria will Mitarbeiter für Osteuropa stellen

31. Mai 2016, 07:06
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Im Juni fallen erste Entscheidungen zum Bankumbau. Auch nach der Spaltung sollen die Mitarbeiter fürs CEE-Geschäft aus der Bank Austria kommen

Wien – Wie gebannt wartet man in der Bank Austria auf Nachrichten aus Mailand. Wobei es nicht nur um die brandheiße Frage des Nachfolgers von Unicredit-Chef Federico Ghizzoni geht, sondern auch um die Entscheidung, wie die Italiener das Osteuropa-Geschäft (CEE) organisieren wollen. Das CEE-Geschäft wird ja nach Mailand übersiedelt, geplant ist eine Abspaltung der Einheit.

Die Belegschaftsvertretung der Unicredit-Tochter (der Betriebsratsfonds hält Golden Shares, ohne Zustimmung des Wiener Betriebsrats kann die Abspaltung nicht erfolgen) hat vor wenigen Wochen ihre Forderungen in Mailand deponiert, für diese Woche erwartet sie erste Antworten.

Noch nicht handelseins

Was sich die Bank-Austria-Mitarbeiter ausbedungen haben: Sie wollen, dass das CEE-Geschäft auch künftig von Mitarbeitern der Bank Austria (BA) aus Wien heraus gemanagt wird, und bestehen dabei auf dem Delegationsprinzip. Egal, auf welche Gesellschaft das CEE-Geschäft abgespalten wird, würden die Banker also bei der BA angestellt bleiben und von ihr entsendet werden. Es geht, wie berichtet, um bis zu 500 Leute.

Handelseins waren die Verhandler zuletzt noch nicht. Die Italiener bieten eine Delegation auf Zeit an – danach sollen die BA-Mitarbeiter direkt die CEE-Gesellschaft übersiedeln. Mit gleichen Rechten und Pflichten, was vertraglich abgesichert werden soll. Dem Betriebsrat genüge das aber nicht, ist in der Bank zu hören.

Das Prinzip der Entsendung ist in der BA gang und gäbe: Derzeit arbeiten dort rund 3500 delegierte Mitarbeiter.

Weichenstellung demnächst

Die meisten finanziellen Fragen rund um den CEE-Deal sollen bereits paktiert sein mit den Mailändern; etwa die Beteiligung der Österreicher an etwaigen Erlösen aus dem Verkauf von CEE-Einheiten.

Ein allfälliger Verkauf der CEE-Subholding an Unicredit ist vom Tisch, er käme aus steuerlichen Gründen zu teuer. Was für die Belegschaft von Vorteil ist: Bei einem Verkauf hätte sie nichts mitzureden. Mitte Juni sollen erste Entscheidungen fallen. (Renate Graber, 31.5.2016)

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