Die Folgen einer Ölpest halten länger an als angenommen

31. Mai 2016, 08:00
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Schadstoffe sind nach der Havarie monatelang unterhalb der Wasseroberfläche getrieben und dann in die Tiefe gesunken

Washington/Wien – Nach der Explosion der Ölplattform Deepwater Horizon im April 2010 traten mehr als 500 Millionen Liter Öl aus und verschmutzten das Meer im Golf von Mexiko. Bald gab es Berichte darüber, dass Mikroben sich bereits an die Zersetzung der Ölrückstände gemacht hätten und die Schadstoffe eher früher als später wieder verschwunden sein würden.

Ein internationales Forscherteam um Beizhan Yan (Columbia University) veröffentlicht nun im Wissenschaftsmagazin "PNAS" eine eher verstörende Beobachtung: Schadstoffe sind nach der Havarie monatelang unterhalb der Wasseroberfläche getrieben, haben sich mit mikroskopisch kleinen Algen und Ablagerungen verbunden und sind dann als eine Art "Schnee" in die Tiefe gesunken.

Die Forscher schätzen, dass zehn bis 15 Prozent des gesamten ausgetretenen Öls auf den Meeresboden im Golf von Mexiko sanken, wo es in die Nahrungskette gelangen kann und Fischen sowie Korallen schadet. Vor allem der Fund von Barium sei ein Schock gewesen, so die Wissenschafter: Barium galt als besonders schnell abbaubarer Schadstoff. (red, dpa, 30.5.2016)

  • Abgefackeltes Öl nach der Havarie von Deepwater Horizon.
    foto: us navy

    Abgefackeltes Öl nach der Havarie von Deepwater Horizon.

  • Artikelbild
    foto: yan et al., 2016
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