Opposition in "Im Zentrum": Im Kaffeehaus mit Strache

30. Mai 2016, 17:37
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Ansätze von Antipathie und Eifersucht waren vorhanden, dennoch wurde es ein Abend der Milde

"Da braucht es eine Stimme der Vernunft!", kam der Motivationstrainer der Neos, Matthias Strolz, zu seinem argumentativen Höhepunkt und löste in der Oppositionsrunde ein Schmunzelbeben aus. Erst hernach wird Strolz aufgefallen sein, einen Plakatslogan von Norbert Hofer emphatisch herausgeschmettert zu haben. Kein Malheur jedoch an einem Abend der Milde.

Es gab bei Im Zentrum zwar – ob der Abwesenheit der Regierung – durchaus Ansätze von Antipathie und Eifersucht. Wie sich Heinz-Christian Strache und Eva Glawischnig zu duellieren begannen, hielt es etwa Robert Lugar nicht mehr aus: "Sie wollen ein Zwiegespräch mit Strache!? Machen Sie das im Kaffeehaus!", keifte der Stronachist zur Überraschung aller, um später seine Phobie vor einer europäischen "Superkultur" und einer "Vermischung der Völker" offenzulegen. Dies fand immerhin Glawischnig degoutant, während es Strolz wohl angewidert überging und später – Thema Landeshauptleute – von "Fürsten der Finsternis" sprach und damit einen weiteren Lacherfolg erzielte.

Über weite Strecken jedoch schien das Thema Neue Köpfe – Neue Politik eine gemütliche Stimmung zu befördern. Es wirkte – nach Kanzlerrücktritt, Neokanzler und Präsidentschaftswahl -, als wolle die Opposition in einer Phase des Übergangs, des nächsten Neustarts der Regierung durchatmen. Strache war zwar sicher, die Koalition würde "in der Untätigkeit fortfahren", und Strolz sah "einen neuen Kanzler in alten Fesseln" .

Hitzig gaben sich die Herren aber nur, als es festzuhalten galt, dass Glawischnig an diesem Abend – mitunter inhaltlich zu Recht – Problemchen mit dem Zuhören hatte. (Ljubiša Tošić, 30.5.2016)

"Im Zentrum" zum Nachschauen hier in der ORF-TV-Thek.

  • Ingrid Thurnher und die Chefs der Opposition im Parlament.
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    Ingrid Thurnher und die Chefs der Opposition im Parlament.

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