Was 2016 in der Personalarbeit wichtig ist

31. Mai 2016, 13:09
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Kienbaum veröffentlicht den HR-Klima Index für 2016. Zentrale Herausforderung ist es, die Führungs- und Managementqualität zu verbessern

Der Begriff "War for Talent" wird in der Personalbranche zwar seit Jahren bedient, aber auch 2016 scheint er noch nicht aus der Mode zu sein. Für die Berater von Kienbaum prägt der Kampf um die besten Köpfe nämlich die Prioritäten der Personalarbeit. Für den aktuellen HR-Klima Index wurden Personalmanager aus 115 österreichischen Unternehmen befragt.

Für mehr als 60 Prozent der Unternehmen in Österreich ist die Steigerung der Arbeitgeberattraktivität demnach die wichtigste Aufgabe. Knapp die Hälfte der Firmen sieht es als zentrale Herausforderung, die Führungs- und Managementqualität zu verbessern. Und etwa ein Drittel der Unternehmen legt den Schwerpunkt seiner Personalarbeit auf die strategische Personalplanung.

Positiver Blick in die Zukunft

Nach Jahren der Stagnation stehen in den meisten Unternehmen die Zeichen auf Wachstum: Mehr als die Hälfte der Befragten erwartet eine positive Umsatzentwicklung. Besonders optimistisch sind die Personalmanager aus dem produzierenden Gewerbe und dem Maschinen- und Anlagenbau. Etwa ein Drittel der Unternehmen rechnet mit einer Steigerung der Profitabilität um bis zu fünf Prozent. Und rund die Hälfte der Firmen erwartet steigende Marktanteile. Auch beim Personal stehen die Zeichen auf Aufbau: 41 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass sie ihre Mitarbeiterzahl 2016 um bis zu fünf Prozent erhöhen.

Optimierung der Prozesse

Um in Zeiten kontinuierlicher Veränderung agil und flexibel arbeiten zu können, müssen Unternehmen ihre Personal-Prozesse kontinuierlich anpassen: 70 Prozent der Studienteilnehmer sehen dabei Optimierungsbedarf. Knapp die Hälfte der Unternehmen mahnt Nachbesserungen bei der Digitalisierung der Prozesse an. Hier zeigen sich die größten Veränderungen: Während 2015 lediglich 19 Prozent der Digitalisierung eine hohe Bedeutung zugeschrieben haben, sind es 2016 "schon" 48 Prozent.

Auch der Kompetenzentwicklung der Mitarbeiter in Personalabteilungen will man dieses Jahr mehr Bedeutung zumessen: Diese ist für 40 Prozent der befragten Unternehmen besonders wichtig. Die Verbesserung der internen Kommunikation rückt für 35 Prozent der Firmen weiter in den Vordergrund.

Geschäftsführung sieht die Dinge anders

Die Anforderungen der Geschäftsführung und die Prioritäten der Personalverantwortlichen klaffen in einigen Punkten auseinander: Geht es um die Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber, ist dies für 63 Prozent der Geschäftsführung und 45 Prozent der Personaler sehr wichtig. Im Gegensatz dazu messen knapp die Hälfte der Geschäftsführer der Qualifizierung und Weiterbildung eine große Bedeutung bei, bei den HR-Leitern sind es hingegen nur 28 Prozent.

Mitarbeiter und Budget bleiben gleich

Im vergangenen Jahr sind die seit vielen Jahren unveränderten finanziellen Ressourcen der Personalbereiche leicht gestiegen. 2016 werden die HR-Budgets aber in vielen Unternehmen wieder stagnieren. Das prognostizieren mehr als die Hälfte der Personalverantwortlichen. Knapp ein Drittel erwartet steigende Budgets von bis zu fünf Prozent. Auch die Mitarbeiterzahlen im HR-bereich werden nach Einschätzung von 71 Prozent der Personalchefs in diesem Jahr gleich bleiben. (red, 31.5.2016)

  • "Die Attraktivität als Arbeitgeber ist in fast allen Branchen das zentrale Thema. Hintergrund ist das Ziel der Unternehmen, ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern – dafür bedarf es passend qualifizierter und motivierter Mitarbeiter, gerade für erfolgskritische Positionen. Es gilt, die Stärken des Unternehmens zu erkennen, auszubauen und einheitlich nach innen und außen zu kommunizieren", sagt Alfred Berger von Kienbaum Beratungen in Wien.
    foto: istock

    "Die Attraktivität als Arbeitgeber ist in fast allen Branchen das zentrale Thema. Hintergrund ist das Ziel der Unternehmen, ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern – dafür bedarf es passend qualifizierter und motivierter Mitarbeiter, gerade für erfolgskritische Positionen. Es gilt, die Stärken des Unternehmens zu erkennen, auszubauen und einheitlich nach innen und außen zu kommunizieren", sagt Alfred Berger von Kienbaum Beratungen in Wien.

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