Neue Fußballregeln bei der Euro 2016

30. Mai 2016, 14:14
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Sichtbare Unterhosen müssen in der Farbe der Hose sein. Geht ein Schuh verloren, darf der Betroffene weiterspielen

Wien – Jahrelang haben die Fußballexperten eine Abschaffung der Dreifachbestrafung gefordert. Das International Football Association Board (Ifab) beriet und beriet, vertagte und vertagte und beschloss nun doch. Vom 1. Juni an gilt: Wenn ein Spieler im eigenen Strafraum durch ein Foul eine klare Torchance verhindert und seine Attacke dem Ball galt, gibt es künftig neben einem Elfmeter Gelb statt Rot.

Aber es gibt noch weitere Änderungen, die ab Mittwoch und damit auch bei der EM in Frankreich gelten. Im Frühjahr beschlossen die Ifab-Regelhüter 95 Änderungen. Bei manchen geht es um klarere Formulierungen, um Verwirrung zu vermeiden. Auch dazu hat die Ifab die "Laws of the game" um 10.000 Wörter gekürzt. Vor allem sollen die Neuerungen das Spiel fairer machen.

Das sind die wichtigsten Regeländerungen und die kuriosesten:

  • Kurze Behandlungen von verletzen Spielern auf dem Platz sind jetzt möglich. Sie sind erlaubt, wenn ein Spieler verletzt wird und das Foul mit einer Karte geahndet wurde. Bisher musste der verletzte Spieler erst einmal vom Feld, das Spiel ging dann weiter.

  • Beim Anstoß kann der Ball in jede Richtung gepasst werden. Bisher musste der Ball erst in die gegnerische Hälfte gespielt werden.

  • Bei Elfmetern gibt es nun härtere Strafen gegen Verstöße bei der Ausführung. Stoppt der Schütze etwa beim Anlauf komplett ab oder schießt überraschend ein zweiter Spieler, gibt es einen Freistoß für die andere Mannschaft. Zudem kann es Gelb für den Schützen geben. Bewegt sich der Torhüter zu früh von der Linie nach vorne und geht der Ball dann nicht hinein, sieht der Tormann Gelb. Wiederholung gab es deshalb auch vorher schon.

  • Für Trinkpausen – etwa wegen Hitze – können Schiedsrichter nun die Zeit stoppen und zu den 90 Minuten addieren. Offiziell war das bisher nicht erlaubt.

  • Einwürfe müssen mit beiden Händen gleich kräftig ausgeführt werden. Das System mit einer Stützhand, bei dem eine Hand den Ball schleudert, ist damit verboten.

  • Vor dem Spiel kann es ab Juni rote Karten geben. Während der Halbzeit und nach dem Abpfiff ging das schon zuvor. Theoretisch ist ein Platzverweis jetzt möglich, sobald der Schiedsrichter das Spielfeld begutachtet. Wird ein Spieler vor dem Spiel ausgeschlossen, darf der Trainer einen neuen Spieler aufstellen.

  • Geht ein Schuh verloren, darf der Betroffene bis zur nächsten Unterbrechung weiterspielen. Bisher galt: Schuh weg, kicken verboten. Die Regelung gilt so jetzt auch für Schienbeinschoner.

  • Die Mittellinie ist ab sofort bei Abseitsfragen eine neutrale Zone. Berührt ein Spieler bei einem Konter die Mittellinie und noch nicht die gegnerische Hälfte, steht er nicht im Abseits. In der eigenen Hälfte gibt es sowieso kein Abseits. Der Status der Mittellinie in Abseitsfragen war zuvor nicht eindeutig geklärt.

  • Einen Vorteil dürfen Schiedsrichter nun mit nur einem gestreckten Arm anzeigen, bisher mussten sie beide Arme wie ein V nach vorne ausstrecken. Diese Änderung soll den Schiedsrichtern das Laufen erleichtern.

  • Sichtbare Unterhosen müssen in der Farbe der Hose sein. Zudem muss solche Unterwäsche bei allen Spielern eines Teams dieselbe Farbe haben. Bei zweifarbigen Hosen können sich die Mannschaften für eine der Unterhosenfarben entscheiden. Ähnlich ist das bei Tape, mit dem sich Spieler zum Beispiel die Schienbeinschoner festbinden: Es muss ab jetzt in der Farbe des Stutzens sein.

  • Die Dreifachbestrafung kann entfallen: Etwa bei einer Grätsche nach dem Ball im Strafraum soll eine Notbremse nun nicht mehr mit Elfmeter und Rot bestraft werden, sondern mit Elfer und Gelb. Zieht der Verteidiger aber am Trikot oder versucht gar nicht, den Ball zu spielen, kann es weiterhin Rot geben, bei einer Tätlichkeit sowieso. Es gibt also Interpretationsspielraum. (APA, 30.5.2016)
  • Keine Sorge: Es bleibt bei einem Ball.
    foto: apa/jäger

    Keine Sorge: Es bleibt bei einem Ball.

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