Zenbo: Asus startet Roboter-Revolution im Haushalt

30. Mai 2016, 11:25
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Rollender Helfer reagiert auf Sprachkommandos und soll ein umfassendes Tätigkeitsfeld abdecken

Der taiwanische Elektronikhersteller Asus hat im Vorfeld der Elektronikmesse Computex gleich eine Reihe von neuen Geräten vorgestellt. Die Bandbreite des "Zenvolution"-Events reicht über Neuauflagen der eigenen Notebooks und Convertibles über eine VR-taugliche externe Grafiklösung bis hin zu einem umfassenden Update für die Zenfone-Smartphones. In petto hatte man allerdings auch "one more thing".

Der Konzern wagt sich mit einem Roboter in die Haushalte vor. Bei "Zenbo" handelt es sich allerdings nicht um eine Maschine für einen abgegrenzten Tätigkeitsbereich, wie ihn etwa Fensterputz- und Staubsaugerroboter abdecken, sondern einen fahrenden, sprachgesteuerten Haushaltshelfer, der von Terminerinnerungen, Smart Home-Steuerung oder Geschichtenvorlesen viele Möglichkeiten abdecken soll.

foto: derstandard.at/pichler

Dem Publikum im überfüllten Saal – auf 360 Sitzplätze kamen über 600 angemeldete und einige unregistrierte Besucher – wurde die intelligente Maschine als "Revolution" vorgestellt. Er sieht aus wie das Ergebnis einer Affäre aus "BB-8" ("Star Wars: The Force Awakens") und Disneys "Wall-E".

In Ermangelung von Greifarmen unterliegt er letzterem in der Disziplin des Aufräumens zwar klar, Mikrofon, Touch-Display, Kamera und diverse Sensoren geben ihm aber viele andere Fertigkeiten.

foto: derstandard.at/pichler

So soll er etwa selbständig anrollen und an den nächsten Kalendertermin erinnern können, oder auf das Kommando "Hey, Zenbo!" Fragen beantworten, Rezepte vorlesen und Informationen suchen – Amazons Lautsprecher "Echo" lässt grüßen. Dazu ist er auf Wunsch auch als Fotograf tätig und kann Kinder etwa durch animierte Vorlesungen und Wissensquizzes beschäftigen.

Nutzt man etwa vernetzte LED-Lampen oder einen smarten Fernseher, können diese via Zenbo ebenfalls ferngesteuert werden. Zenbo lernt von seinen Tätigkeiten und soll somit auf Dauer bestimmte Aufgaben auch proaktiv ausführen können. Zudem erkennt er, wenn ein Mensch gestürzt ist und kann daraufhin Kontakt mit vorher festgelegten Personen aufnehmen, um diese über die Notsituation zu informieren.

asus

Der Hersteller öffnet für Dritthersteller Schnittstellen, damit diese ihre Dienste und Produkte in Kombination mit Zenbo verwendbar machen können. Bei einer Live-Demonstration mit dem sichtlich kaffeegeladenen Asus-Chef Jonney Shih zeigte sich der Roboter jedenfalls kooperativ. Offen bleiben fürs erste natürlich Fragen hinsichtlich Privatsphäre und Sicherheit, Themenfelder die bei der Vorstellung keinen Niederschlag fanden.

Entwickelt wurde der Roboter in Zusammenarbeit mit dem Chiphersteller Intel. Er soll künftig für 599 Dollar angeboten werden – einen Erscheinungstermin gibt es allerdings noch nicht. (Georg Pichler aus Taipeh, 30.05.2016)

Hinweis im Sinne der Leitlinien: Die Reisekosten und Unterbringung zur Computex werden vom Taiwan Trade Office übernommen.

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