Konsum zieht an: Österreicher geben wieder mehr aus

30. Mai 2016, 09:05
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Die Wirtschaft wuchs laut Wifo etwas stärker als erwartet, Privatkonsum, Investitionen und Tourismus stützen die Konjunktur

Wien – Österreichs Wirtschaft ist zu Jahresbeginn stärker gewachsen als angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt legte gegenüber dem Vorquartal um 0,5 statt 0,4 Prozent zu, im Jahresabstand betrug der Anstieg 1,6 statt 1,3 Prozent, die noch vor einem Monat errechnet worden waren. Stützen waren der Privatkonsum, Investitionen und der Tourismus, erklärte das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am Montag.

Gegenüber dem vierten Quartal 2015 registrierte das Wifo bei seiner Neuberechnung eine merkliche Konjunkturbeschleunigung. Ende 2015 war das BIP im Quartalsabstand lediglich um 0,3 Prozent und im Jahresabstand um 1,0 Prozent gewachsen. Der reale Anstieg um 1,6 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2015 ist ein unbereinigter Wert – bereinigt um Kalendereffekte (Schalttag, Arbeitstage) lag das BIP 1,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahrs.

grafik: apa

Der Konsum entwickelte sich im ersten Quartal dynamisch, sowohl die private als auch die öffentliche Konsumnachfrage stieg um 0,3 Prozent. Der Anstieg der Konsumausgaben der privaten Haushalte (samt privaten Organisationen ohne Erwerbszweck) lag deutlich über dem Schnitt der vergangenen drei Jahre (2013/15: +0,1 Prozent). Den Ausschlag dafür dürfte die mit Jahresbeginn umgesetzte Steuerreform gegeben haben, die die Ausgabenbereitschaft ankurbelte.

Investitionen ziehen leicht an

Auch die Bruttoanlageinvestitionen (Ausrüstungs- und Bauinvestitionen) trugen zum BIP-Wachstum bei, sie stiegen im ersten Quartal um 0,6 Prozent. Die Nachfrage nach Ausrüstungsgütern stieg um 0,8 Prozent, die Unternehmen investierten wieder mehr in Maschinen (+0,6 Prozent) und Fahrzeuge (+1,5 Prozent). Impulse lieferten auch erstmals wieder die Bauinvestitionen. Der Nichtwohnbau wuchs deutlich (+1,1 Prozent), dämpfend wirkte die träge Entwicklung im Wohnbau (-0,1 Prozent).

Im Außenhandel setzte sich die Grunddynamik fort. Sowohl die Exporte (+0,5 Prozent) als auch die Importe (+0,7 Prozent) stiegen schwächer als seit dem Frühjahr 2015. Das betraf besonders die Warenexporte, während sich die Dienstleistungsexporte wegen der guten Entwicklung im Reiseverkehr besser entwickelten. Da die Importe stärker wuchsen als die Exporte, lieferte der Außenhandel insgesamt erneut einen negativen Beitrag zum Wirtschaftswachstum.

Die Industriekonjunktur verlief laut Wifo "relativ verhalten", wenngleich sich die Dynamik seit Anfang 2015 kontinuierlich beschleunigte (+0,6 Prozent). Von der Bauwirtschaft kamen erstmals positive Impulse (+0,3 Prozent nach +0,1 im vierten Quartal 2015), auch die Dienstleistungsbereiche unterstützten das Wachstum.

Tourismus legt zu

Dank der guten Tourismussaison entwickelten sich Beherbergung und Gastronomie sowie der Handel – auch unter Berücksichtigung des Schalttageffekts – gut, die Wertschöpfung von Handel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie stieg um 0,4 Prozent. Bei Information und Kommunikation sowie den freiberuflichen, wissenschaftlichen, technischen und sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen stieg sie um 0,2 Prozent, im Kredit- und Versicherungswesen um 0,8 und im Grundstücks- und Wohnungswesen um 0,4 Prozent.

Für 23. Juni ist die nächste vierteljährliche Konjunkturprognose des Wifo und des Instituts für Höhere Studien geplant. Mitte März hatten die beiden Institute für 2016 ein Realwachstum von 1,6 beziehungsweise 1,5 Prozent vorhergesagt, für 2017 1,6 beziehungsweise 1,5 Prozent. (APA, 30.5.2016)

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