Project Ara: "Erfinder" des modularen Smartphones kritisiert Google

29. Mai 2016, 15:43
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Der IT-Konzern baue ein Smartphone mit modularen Erweiterungen, kein genuin modulares Gerät, so Dave Hakkens

Vor über drei Jahren hat der Designer Dave Hakkens in einem Blogbeitrag seine Idee für das Smartphone der Zukunft skizziert: Es soll sich um ein Gerät handeln, dessen Bestandteile individuell ausgetauscht werden können; also quasi ein Perpetuum Mobile, was neue Hardware betrifft. Das wurde mittlerweile auch von der Branche aufgegriffen. Am aufsehenerregendsten ist wohl Googles Project Ara, das diesen Gedanken umsetzen will.

Grundidee verworfen

Doch Hakkens selbst ist kein Fan von Googles "Handy der Zukunft": Er bemängelt, dass es sich vielmehr um ein Smartphone mit modularen Erweiterungen statt um ein tatäschlich modulares Smartphone handle. So können laut derzeitigem Stand bei Googles Gerät weder CPU noch Display, Antennen oder Batterien ausgetauscht werden. Die Modularität betrifft Kameras, Lautsprecher und andere Bestandteile, die nicht unbedingt zum Kern des Geräts zählen.

Unter Googles Fittichen

Das widerspricht der Grundidee, so Hakkens: Denn das modulare Smartphone soll eben dafür sorgen, dass man mal den Prozessor, mal das Display upgraden kann. Außerdem basiert Googles Projekt laut Heise nicht auf offenen Standards, sondern wird vom Suchmaschinisten kontrolliert. Wie der WebStandard von Googles I/O-Konferenz berichtete, funktioniert Ara schon ganz gut. Die Module können sogar im laufenden Betrieb gewechselt werden. Im Vergleich zum ursprünglichen Konzept wurden die "Ambitionen allerdings deutlich reduziert". Das Gerät soll dafür schon nächstes Jahr erhältlich sein. (red, 29.5.2016)

  • Der Ideengeber für das modulare Smartphone hat nur wenig Liebe für Project Ara übrig
    foto: reuters/ulate

    Der Ideengeber für das modulare Smartphone hat nur wenig Liebe für Project Ara übrig

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