Airbus-Chef gibt Triebwerksprobleme bei A400M zu

29. Mai 2016, 09:58
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Dem Militärtransportflugzeug machen auch Risse im Rumpf zu schaffen

Berlin/Toulouse – Airbus-Chef Tom Enders hat Fehler beim Militärtransportflugzeug A400M eingeräumt. Der Flugzeugbauer habe die Triebwerksprobleme unterschätzt und werde nun von einer "Ursünde" eingeholt, sagte der Konzernchef im Interview mit der Zeitung "Bild am Sonntag".

Beim Start des Programms habe sich Airbus von namhaften europäischen Regierungschefs breitschlagen lassen, das Triebwerk einem unerfahrenen Konsortium zu übergeben und dann selbst die Verantwortung für die völlig neuartigen Turboprop-Antriebe zu übernehmen. Normalerweise hätten die Triebwerkshersteller direkte Verträge mit den militärischen Kunden. "Das waren zwei Riesenfehler, für die wir wirklich büßen", sagte Enders. Airbus tue nun alles, um die Probleme möglichst rasch zu lösen.

"Kinderkrankheiten"

Das Milliardenprojekt kämpft derzeit nicht nur mit massiven Triebwerksproblemen, sondern auch mit Rissen am mittleren Rumpf des A400M. Das Transportflugzeug wird seit Jahren von Verzögerungen und milliardenschweren Kostenexplosionen geplagt. Dennoch zeigte sich Enders von dem Flugzeug überzeugt. "Die A400M wird, wenn wir die jetzige Talsohle durchschritten, die Kinderkrankheiten kuriert und die militärischen Systeme voll hochgerüstet haben, das Rückgrat der europäischen Lufttransportflotten sein."

Die deutsche Bundeswehr verfügt bisher über drei von insgesamt 53 bestellten A400M. Die Flugzeuge erfüllen aber noch nicht alle vertraglich vereinbarten Fähigkeiten und müssen daher mittelfristig von Airbus noch aufgerüstet werden. (APA/Reuters, 29.5.2016)

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    foto: reuters/fabrizio bensch
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