Pole für Ricciardo und Red Bull in Monaco

29. Mai 2016, 13:49
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Australier erstmals in Karriere von bester Startposition, erste "Pole" für Red Bull seit Brasilien 2013

Monte Carlo – Es sei eine unglaubliche Runde gewesen, physikalisch fast nicht möglich. Red-Bull-Teamchef Chris Horner war beeindruckt, was Daniel Ricciardo am Samstag im Qualifying mit seinem Boliden auf den Stadtkurs von Monaco zauberte. Der Australier eroberte erstmals in seiner Formel-1-Karriere eine Pole Position und ließ die Mercedes-Piloten Nico Rosberg (+0,169) und Lewis Hamilton (0,320) hinter sich.

Ricciardo, der heuer schon viermal Vierter war, schuf sich im Fürstentum beste Voraussetzungen für den zumindest ersten Podestplatz der Saison. Die Statistik spricht für ihn, denn in den letzten zwölf Rennen auf dem engen Kurs an der Cote d'Azur hat zehn Mal der Beste des Qualifyings gewonnen.

"Ich habe mich hier von Anfang an wohlgefühlt. Das hat in den letzten Rennen etwas gefehlt, aber jetzt habe ich volles Vertrauen in das Auto", versicherte der 26-Jährige nach der ersten Pole Position für Red Bull seit November 2013 (Sebastian Vettel in Brasilien). "Ich freue mich, dass es gerade hier funktioniert hat." Ricciardo hatte für den sechsten WM-Lauf der Saison eine neue, verbesserte Version des Renault-Motors erhalten.

Supersoft statt Ultrasoft

Sein Teamkollege, der Spanien-Sieger Max Verstappen, verzeichnete hingegen schon im ersten Qualifying-Abschnitt einen Unfall und muss von ganz weit hinten starten. Der 18-jährige Niederländer hatte in einer Rechtskurve innen die Leitplanke touchiert und die Radaufhängung seines Boliden abgerissen. "Ein Newcomerfehler, so etwas passiert", meinte Gerhard Berger im ORF-Fernsehen. "Es wird ganz schwierig, aber vielleicht hilft das Wetter", sagte Verstappen. Für Sonntag ist Regen prognostiziert.

Laut Red-Bull-Berater Helmut Marco hatte Ricciardo im zweiten Qualifying-Abschnitt den etwas härteren Supersoft-Reifen und nicht wie die Konkurrenz den Ultrasoft eingesetzt. "Das gibt uns für das Rennen eine unglaubliche Ausgangsposition. Man ist einfach flexibler, wir können uns in Ruhe anschauen, was die anderen machen", gab sich der Steirer im ORF-Interview ob dieser taktischen Finte fast euphorisch. Ferrari-Pilot Sebastian Vettel, der Vierter wurde, sah hingegen keinen bedeutenden Vorteil des Konkurrenten. "Ich glaube nicht, dass das besonders weiterhilft, das werden wir im Rennen sehen."

Mercedes-Serie gerissen

Mercedes hatte in Monaco seit 2013 immer die "Pole" erreicht, diese Serie ging zu Ende. WM-Spitzenreitger Rosberg gab die "Niederlage" unumwunden zu. "Ich war nicht schnell genug, Daniel und Red Bull waren heute besser. Aber die erste Startreihe gibt mir eine gute Chance im Rennen, ich werde versuchen, mit einer guten Strategie etwas zu erreichen." Der Deutsche hat die vergangenen drei Auflagen in Monaco gewonnen.

Weltmeister Hamilton hatte Probleme, brachte im Finish aber doch noch eine schnelle Runde hin. Zuvor war sein "Silberpfeil" bei der Ausfahrt aus der Boxengasse stehengeblieben und musste von den Mechanikern in die Box zurückgeschoben werden. Hamilton: "Irgendetwas am Motor hat nicht gestimmt, ich habe versucht, noch das Maximum herauszuholen." (APA, 29.5.2016)

Ergebnis: Qualifying GP Monaco

  • Träume auf dem Balkon, eine Traumrunde auf dem Asphalt. Der Australier Dani Ricciardo im Fürstentum an der Cote d’Azur.
    foto: apa/guyot

    Träume auf dem Balkon, eine Traumrunde auf dem Asphalt. Der Australier Dani Ricciardo im Fürstentum an der Cote d’Azur.

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