Blutiger Streit in Wiener Wohnung – 69-jähriger Mann in Justizanstalt

29. Mai 2016, 15:59
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Sohn von Wohnungsinhaberin hatte Streit mit ihrem Lebensgefährten und musste beinahe sterben – Verdächtiger wies Vorwürfe zurück

Wien – Nach einem blutigen Streit zwischen zwei Männern in einer Wohnung in Wien-Währing, in dessen Zuge ein 49-Jähriger beinahe ums Leben gekommen wäre, hat die Polizei seinen Kontrahenten in die Justizanstalt Josefstadt überstellt. Beim Opfer handelt es sich um den Sohn der Inhaberin der Wohnung in der Kreuzgasse, beim Verdächtigen um ihren Lebensgefährten. Dieser stritt bisher alles ab.

Die Polizei hatte den 49-Jährigen am Freitagvormittag in der Wohnung blutüberströmt im Wohnzimmer sitzend gefunden. Er wies Stichwunden im Oberkörper und Kopfverletzungen auf, die von Attacken mit Krücken herrühren dürften. Ein Notarzt versorgte ihn, dann wurde er in ein Krankenhaus gebracht, wo die akute Lebensgefahr mittlerweile gebannt wurde. Die Polizei geht von einem Mordversuch aus.

"Mein Nachbar hat mich ins Gehirn geschlagen"

Die Geschichte stellte sich anfangs laut Polizeisprecher Thomas Keiblinger reichlich mysteriös dar: Kurz vor 10.00 Uhr ging ein Notruf ein, der besagte: "Mein Nachbar hat mich ins Gehirn geschlagen." Die Beamten gingen von einer Psychose des Anrufers aus und beorderten einen Funkwagen zu der angegebenen Adresse in der Kreuzgasse, um die Geschichte abzuklären.

Die Uniformierten klopften an die Wohnungstür, zunächst gab es keinerlei Reaktion. Auch Nachbarn konnten keine Angaben machen. Daraufhin riefen sie das Mobiltelefon an, über das der Notruf eingegangen war. Ein Mann meldete sich mit Flüsterstimme und sagte, er liege schwer verletzt in der Wohnung und können nicht mehr öffnen. Die Polizisten versuchten nun, die Eingangstür einzutreten, was aber angesichts eines Balkenschlosses misslang. Sie verständigten weitere Einsatzkräfte, um die Wohnung zu öffnen.

Plötzlich ging die Tür aber auf, und ein 69-jähriger Mann versuchte den Beamten weiszumachen, dass alles in Ordnung sei und er keine Polizei benötige. Die Polizisten entdeckten jedoch Kratzer und andere leichte Verwundungen an ihm. Sie verwickelten ihn daraufhin in ein Gespräch und hörten dabei ein Stöhnen aus der Wohnung. Die Beamten gingen ins Wohnzimmer, wo sie einen 49-Jährigen schwerst verletzt in einem Sessel entdeckten.

Immer wieder Streit

Während der Jüngere behandelt und abtransportiert wurde, bestritt der andere, irgendetwas mit den Verletzungen zu tun zu haben. Ermittlungen ergaben laut Keiblinger aber, dass es sich bei dem 49-Jährigen um den Sohn der Wohnungsinhaberin handelt, bei dem Älteren um ihren Lebensgefährten. Der 49-Jährige dürfte immer wieder, wenn er persönliche Schwierigkeiten hatte, bei seiner Mutter eingezogen sein. Mit ihrem Lebensgefährten verstand er sich offenbar nie, es gab immer wieder Streit.

Die Wohnungsinhaberin dürfte sich derzeit auf Kur oder im Urlaub befinden. Deshalb befanden sich die beiden Männer allein in der Wohnung, wodurch die Situation offenbar eskalierte. Der 69-Jährige wurde festgenommen. Die Polizei vermutete, dass die Untersuchungshaft verhängt wird. (APA, 29.5.2016)

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