Lars Kraumes "Der Staat gegen Fritz Bauer" gewinnt Filmpreis

27. Mai 2016, 22:06
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"Vor der Morgenröte" mit Josef Hader ging leer aus

Berlin – Der Politthriller "Der Staat gegen Fritz Bauer" von Lars Kraume hat die "Lola" als bester deutscher Film gewonnen. Das gab die Deutsche Filmakademie am Freitagabend in Berlin bekannt. Die Lola in Silber ging an das Boxerporträt "Herbert" von Thomas Stuber, Bronze holte das Psychiatrie-Drama "Vier Könige" von Theresa von Eltz.

Gleich zwei Auszeichnungen gab es beim 66. Deutschen Filmpreis für die Schauspielerin Laura Tonke – für die Hauptrolle in "Hedi Schneider steckt fest" und die Nebenrolle in "Mängelexemplar". Bester Hauptdarsteller wurde Peter Kurth ("Herbert").

Kraumes Film setzte sich in den Kategorien Drehbuch, Kostümbild, Szenenbild, Regie und mit Ronald Zehrfeld auch in der Sparte als bester Nebendarsteller durch. Der Film über die zögerliche Aufarbeitung der Nazi-Diktatur war in insgesamt neun Kategorien nominiert und galt als Favorit.

Der Spielfilm "Vor der Morgenröte" von Maria Schrader über die Exiljahre des österreichischen Schriftstellers Stefan Zweig mit Josef Hader in der Hauptrolle war für die beste Regie und die beste Nebendarstellerin (Barbara Sukowa) nominiert worden, ging jedoch leer aus. Allerdings wurde sein Co-Produzent Stefan Arndt mit dem Bernd-Eichinger-Preis ausgezeichnet.

In der Gala gab es ungewohnt viele politische Töne. Das sich verschärfende politische Klima in Deutschland treibt die Filmemacher um. "Ausländer- und islamfeindliches Gedankengut ist mittlerweile Parteiprogramm geworden", sagte Filmakademie-Präsidentin Iris Berben. "Aber wir dürfen als Künstler nicht verstummen, wir müssen handeln."

Frauenschwarm Elyas M'Barek, der für "Fack ju Göhte 2" den Preis für den größten Publikumserfolg entgegennahm, mahnte: "Wer demnächst wählen geht, der sollte bitte bedenken und nicht vergessen, dass "Fack ju Göhte" ohne Menschen mit ausländischen Wurzeln nicht möglich gewesen wäre." (APA, dpa, 27.5.12016)

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