Das Indie-Game der Woche: "Duskers"

28. Mai 2016, 11:00
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Das fast abstrakte Science-Fiction-Horror-Einzelstück bringt hochspannenden Minimalismus im Stil von "Aliens".

Hochglanzgrafik? Überbewertet! Horrorfreunde wissen, dass sowohl Gänsehaut als auch Nervenflattern nicht von hübschen Bildern abhängig sind. Beweisstück der Woche ist das ziemlich einzigartige "Duskers" (Windows, Mac, Linux 17,99 Euro), in dem auf verlassenen Raumschiffwracks nervenzerfetzende Spannung auf furchtlose Drohnenpiloten wartet. Wie in der Science-Fiction schon liebgewonnene Tradition, lauert verlässlich das Böse in vielerlei Gestalt auf diesen schwebenden Särgen, doch statt seine Spielerinnen und Spieler direkt und hautnah mit tückischen Abwehrsystemen, Außerirdischen und so manchen anderen Bedrohungen zu konfrontieren, setzt sie "Duskers" an die Überwachungsschirme, von denen aus verschiedene Roboter in Echtzeit in riskanten Entermanövern dirigiert werden.

foto: duskers
Bild: Nervenzerfetzende Spannung in verlassenen Raumschiffwracks.

On Screen!

Der Blick aufs die Welt ist einer auf Statusscreens, verwaschene Umgebungsscans, schematische Grundrisse und nicht zuletzt eine Kommandozeile (!), mit der nach ein wenig Einarbeitung die Drohnen effizient an Bord gesteuert werden. Weil jedes der mechanischen Helferleins mit unterschiedlichen Werkzeugen ausgestattet wird, ist Teamwork und genaue Planung oberstes Gebot: Während Drohne 1 den Generator zum Laufen bringt, scannt Drohne 2 das Wrack nach Gegnern und deaktiviert Drohne 3 die automatischen Geschütze – und so weiter. Schon geringste Fehler – etwa das Öffnen der falschen Luftschleuse oder zu unvorsichtiges Vorgehen – können fatale Folgen haben. Eine Kampagne führt zufallsgeneriert von Wrack zu Wrack, Drohnen und das eigene Raumschiff können repariert und aufgerüstet werden.

misfitsattic
Video: Launch-Trailer zu "Duskers".

Minimalistische Grafik, Maximum an Spannung

Dass "Duskers" (wie, im geringeren Ausmaß, das letztes Jahr veröffentlichte und an dieser Stelle auch schon vorgestellte "Deadnaut") aus diesem simplen Prinzip und absolut minimalistischer Grafik das Maximum an Spannung herausholt, ist dem Gesamtpaket an Atmosphäre geschuldet: Interface, Hintergrundgeschichte und nicht zuletzt fantastisches Sounddesign sorgen für Science-Fiction-Stimmung, wie man sie von den ersten beiden "Alien"-Teilen kennt. Wie das letztjährige "Alien: Isolation" bedient sich auch "Duskers" am Retro-Charme der 80er-Jahre-Science-Fiction, macht aber etwas daraus, was es so vorher nicht gab: ein minimalistisches Interface-Survival-Horror-Strategiespiel mit Hochspannungsgarantie. (Rainer Sigl, 28.5.2016)

"Duskers" ist für Windows, Mac und Linux zum Preis von 17,99 Euro erschienen.

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