Russland will Militärpräsenz auf umstrittenen Kurilen erhöhen

27. Mai 2016, 14:50
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Südlicher Teil der Inselkette wird auch von Japan beansprucht

Moskau – Russland will seine militärische Präsenz auf den umstrittenen Kurilen-Inseln erhöhen, deren südlicher Teil auch von Japan beansprucht wird. Das russische Verteidigungsministerium kündigte am Freitag "beispiellose Maßnahmen" an, um die militärische Infrastruktur in dem Gebiet weiterzuentwickeln. So sollten auch "die kleinsten Risiken" ausgeschlossen werden.

Die Inselkette der Kurilen liegt zwischen der russischen Halbinsel Kamtschatka und der japanischen Insel Hokkaido. Seit dem Zweiten Weltkrieg schwelt zwischen Russland und Japan ein Konflikt um die vier südlichsten Inseln, die am Ende des Krieges von der Sowjetunion besetzt worden waren. Seitdem wird die gesamte Inselgruppe von Moskau kontrolliert, Tokio beansprucht jedoch weiterhin die vier südlichen Inseln für sich.

Prüfung für Russlands Militär

Geplant sei nun eine Wiederbewaffnung der Einheiten vor Ort und ein erhöhter sozialer Schutz für alle Soldaten und deren Familienmitglieder, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau. Russland hatte vor kurzem bereits mehrere Schiffe auf Expedition zu der unbewohnten Insel Matua geschickt, die aber nicht zu den vier umstrittenen Inseln gehört. Am Freitag hieß es aus Moskau dazu, Ziel der Expedition sei es, die Möglichkeit der Einrichtung einer Militärbasis auf Matua zu prüfen.

Der Streit um die vier Inseln der Kurilen-Gruppe verhinderte bisher den Abschluss eines förmlichen Friedensvertrags zwischen Russland und Japan. Die felsigen Inseln werden von rund 19.000 Russen bewohnt. (APA, 27.5.2016)

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