Heuer bisher 6.200 illegal eingereiste Migranten in Tirol

27. Mai 2016, 14:10
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Laut Landespolizeidirektion sind zu Fuß über die Grenze gehende Kleingruppen ein "junges Phänomen"

Innsbruck – Tirols Polizei hat in diesem Jahr bisher 6.200 Aufgriffe von illegal eingereisten Migranten registriert. Wenn man dies hochrechnet, könnte es in diesem Jahr eine "neue Rekordzahl" geben, erklärte der Leiter der Fremdenpolizei, Erich Lettenbichler, am Freitag vor Journalisten. Beim Schlepperwesen habe man hierzulande hingegen keinen Anstieg festgestellt, hieß es.

"Die Zunahme in diesem Bereich ist vorwiegend im Osten Österreichs zu registrieren", sagte Tirols Landespolizeidirektor Helmut Tomac. Ein neues Phänomen sei hingegen, dass am Brenner gehäuft Kleingruppen zu Fuß die Grenze passieren. Im Monat Mai habe man insgesamt 105 derartige Aufgriffe verzeichnet, so Tomac. Dennoch handle es sich dabei um ein relativ kleines Aufkommen, erklärte er: "Es ist aber so, dass die Bevölkerung uns das sehr rasch meldet".

"Sandwichposition"

Derzeit sind die Übertritte am Brenner laut Tomac durchaus "überschaubar". Falls aber der Kontrolldruck auf italienischer Seite nachlassen sollte, rechnen Tirols Behörden mit einem sofortigen Anstieg und einem Zustrom Richtung Norden. "Und für diese Situation müsse wir gerüstet sein", betonte der Landespolizeidirektor. Das Grenzmanagement könne daher ab Ende Mai innerhalb kurzer Zeit hochgefahren werden.

Vor allem fürchte man in Tirol, in eine "Sandwichposition" zu graten. Und zwar dadurch, dass zugleich ein Zustrom Richtung Norden aus Italien einsetzt und Deutschland rigoros die Einreise verweigert, so Lettenbichler.

Zu Beginn des Jahres habe man in Tirol einen leichten Anstieg der niederschwelligen Kriminalität registriert, der im Zusammenhang mit Flüchtlingen zu sehen ist, so Tomac. Diese Steigerung lag mit 1,2 Prozentpunkten weit unter dem österreichweiten Anstieg und habe sich mittlerweile auch wieder relativiert. Derzeit arbeite man an Konzepten und Strategien zur Prävention in diesem Bereich. (APA, 27.5.2016)

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